Weltweiter Protest

Shell stoppt Ölbohrungen in der Arktis

Eine Demonstration in Alaska gegen die Pläne des Ölkonzerns Shell.

London - Erst am Samstag rief Greenpeace deswegen zum Boykott auf - jetzt hat der Ölkonzern von sich aus die Einstellung des Arktis-Projektes verkündet.

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell stoppt seine umstrittenen Erkundungen vor der Küste Alaskas. Als Gründe nannte Shell am Montag mangelnden Erfolg und zu hohe Kosten. Der Stopp bringt finanzielle Belastungen in Milliardenhöhe mit sich, wie das Unternehmen in London mitteilte.

Zudem seien die staatlichen Vorgaben herausfordernd und unpräzise. Die finanziellen Belastungen für den Stopp bezifferte Shell auf etwa drei Milliarden US-Dollar, bezogen auf den Buchwert des Projektes. Weitere 1,1 Milliarden Dollar dürften für zukünftige Vertragsverpflichtungen anfallen. Weitere Details will das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal geben.

Das Bohren nach Öl und Gas in Alaska ist sehr umstritten. So hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace erst am Samstag in mehr als 40 deutschen Städten gegen die Ölbohrungen von Shell in der Arktis protestiert.

Greenpeace sieht Bohrstopp von Shell in Arktis als "großen Sieg"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Entscheidung des Ölkonzerns Shell begrüßt, die Bohrungen nach Öl und Gas in der Arktis zu stoppen. „Wir sind vorsichtig froh“, sagte eine Sprecherin am Montag in Amsterdam. „Wenn dieser Beschluss endgültig ist, dann haben wir gesiegt.“

Der britisch-niederländische Ölkonzern hatte überraschend ein vorläufiges Ende der Probebohrungen angekündigt. Als Grund wurden strenge Regeln, hohe Kosten sowie enttäuschende Ergebnisse genannt.

Die deutsche Greenpeace-Organisation reagierte weniger zurückhaltend auf den Shell-Rückzug. „Shell gibt auf. Das ist eine hervorragende Nachricht für die Arktis und das Klima und ein großer Sieg für die weltweite Protestbewegung“, sagte Sprecherin Larissa Beumer. „Shells Entscheidung zeigt, dass Ölbohrungen in der Arktis nicht nur klimapolitisch, sondern auch ökonomisch keinen Sinn ergeben. Shells Rückzug ist gleichzeitig ein deutliches Signal an alle anderen Ölkonzerne, die Finger von der Arktis zu lassen.“

dpa

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