Siemens: Cromme verteidigt Vorgehen im Schadenersatz-Streit

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Gerhard Cromme will das Kapitel des Schmiergeld-Skandals zu Ende bringen.

München - Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hat das Vorgehen der Kontrolleure im Schadenersatz-Streit mit der früheren Konzernspitze verteidigt.

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“Es ist die Pflicht von Aufsichtsrat und Vorstand, Ansprüche des Unternehmens zu klären und angemessen durchzusetzen“, sagte Cromme am Dienstag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in München. Andernfalls hätten die heutigen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder ihre eigenen Pflichten verletzt und so gegen die Interessen der Eigentümer verstoßen.

Siemens hatte sich nach langem Tauziehen mit neun Mitgliedern der ehemaligen Unternehmensführung auf Schadenersatz von insgesamt 19,5 Millionen Euro geeinigt, darunter auch Ex-Konzernchef Heinrich von Pierer. Die Betroffenen leisten damit einen zumindest symbolischen Ausgleich für den Milliarden-Schaden durch den Schmiergeld-Skandal.

Cromme schlug ihnen gegenüber versöhnliche Töne an. “Der Komplex, den wir jetzt abschließen, darf nicht den Blick auf die Verdienste dieser Herren verschließen.“ Mit den Vergleichen sei auch kein Schuldeingeständnis oder Schuldspruch verbunden. Er sei zuversichtlich, dass die Aktionäre den Vergleichen zustimmen, sagte Cromme. “Dann bringen wir ein dunkles und problematisches Kapitel des Unternehmens zu Ende.“

Mit den zwei Ex-Vorständen Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt kam dagegen in dem mehr als einjährigen Tauziehen keine Einigung zustande. Sie verklagte Siemens vor dem Landgericht München auf zusammen 20 Millionen Euro Schadenersatz. Das Unternehmen hatte dem früheren Management vorgeworfen, bei Geschäften des Konzerns nicht genau genug hingeschaut und so das System aus schwarzen Kassen begünstigt zu haben. Darüber sollen 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen und zur Beschaffung von Auslandsaufträgen eingesetzt worden sein.

dpa

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