So gut sind Discounter im Vergleich zu Markenware

Berlin - Lebensmittel vom Discounter oder Markenware? Was besser ist, hat die Stiftung Warentest jetzt untersucht. Das Ergebnis ist verblüffend. 

Teure Marken-Lebensmittel schneiden im Qualitäts-Test nicht besser ab als die deutlich billigeren Produkte vom Discounter! Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest bei einer Untersuchung, die in der November-Ausgabe der Zeitschrift Test veröffentlicht wird. Wir fassen fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen – und sagen Ihnen, wo Sie in den Geschäften bares Geld sparen können:

Wie wurde getestet?

Die Stiftung Warentest wertete 37 Lebensmitteltests mit knapp 900 Produkten aus, die zwischen Januar 2008 bis August 2011 veröffentlicht wurden. Beim Gesamtergebnis wurden Geruch und Geschmack, die Kennzeichnung auf der Verpackung sowie der Gehalt an Schadstoffen und Keimen berücksichtigt.

Was ist das Test-Urteil?

Die Discounter konnten im Gesamturteil am häufigsten die Qualitätsnote „Gut“ absahnen. Die Supermarkt-Labels wie Ja!, Gut & Günstig oder A&P schnitten genauso oft gut ab wie die klassischen Marken, etwa Maggi oder Langnese. Beim Prüfpunkt Aussehen, Geruch und Geschmack unterscheiden sich die klassischen Marken und die Discount-Konkurrenz kaum, die Billig-Eigenmarken der Supermärkte schnitten da etwas schwächer ab. So war Olivenöl beim Discounter so gut wie die klassischen Marken. Öle von Supermarkt-Eigenmarken schnitten höchstens befriedigend ab.

Wo schneiden die ­klassischen Marken am schlechtesten ab?

Bei der Kennzeichnung! Die Infos auf den Billig-Marken sind in der Regel schlicht und übersichtlich. Die klassischen Marken waren laut Test hingegen „so reich mit Werbung bedruckt, dass für Pflichtangaben wenig Raum blieb“.

Wo war der Preisunterschied am größten?

Bei Kaffee, Honig und Wiener Würstchen. Hier kosteten die klassischen Marken oft das Doppelte. Bei Milchprodukten unterschieden sich die Preise zwischen ­Marken-Molkerei und Discount-Produkt hingegen kaum.

Wie steht’s mit Schadstoffen und Keimen?

Unabhängig vom Preis schnitten mehr als 80 Prozent aller Lebensmittel mindestens gut ab. Die Häufigkeit verdorbener Ware – etwa bei Bratwürstchen und Grillfleisch – war unabhängig vom Preis und Markennamen.

Lebensmittelmythen - Hätten Sie's gewusst?

Hilft Cola bei Magen-Darm-Infekten? Gerade bei Durchfall sollte man auf Cola verzichte und lieber ungesüßten Kräutertee oder stilles Mineralwasser trinken. © dpa
Ist helles Brot ungesünder als dunkles? Die Farbe des Brotes sagt nichts darüber aus, ob es gesund ist oder nicht. Es zählt, was drin ist: Weizen- oder Vollkornbrot. Nur Brot aus Vollkornmehl enthält das volle Korn. Die Bezeichung "Vollkornbrot" sollte auch auf der Packung stehen.   © dpa
Verursachen frisch gebackene Teigwaren Magenschmerzen? Ja. Frisches Brot ist weich, wird weniger gekaut und in großen Stücken heruntergeschluckt. Dabei kann viel Luft in den Magen gelangen und der Körper verdaut langsamer. Man bekommt Blähungen und Magenschmerzen. © dpa
Dürfen Muscheln nur in Monaten mit "r" verzehrt werden? Nein. Muscheln dürfen das ganze Jahr über gegessen werden. Die alte Volksweisheit stammt noch aus der Zeit, in der es die heutigen Kühlmethoden noch nicht gab. Tipp: Muscheln aus kontrollierter Zucht kaufen und auf einwandfreie Kühlkette achten. © dpa
Macht Spinat stark? Nein. In 100 Gramm Spinat stecken nur 3 Milligramm Eisen - und nicht wie lange Zeit angenommen 35 Milligramm. Das ist zu wenig, um als wahres Kraftpaket für den Körper zu gelten. Gesund ist Spinat aber trotzdem. © dpa
Sind Karotten gut für die Augen? Ja, denn sie enthalten Betakarotin, eine Vorstufe des Vitamn A, das wichtig ist für Abwehrkräfte, Wachstum, Haut, Schleimhäute und Augen. Ein Mangel an Vitamin A kann zu Nachtblindheit führen. Dem kann man mit Betakarotin in gewissen Maßen vorbeugen. © dpa
Dürfen Gerichte, die Pilze enthalten, aufgewärmt werden? Ja, wenn die Gerichte gekochte Pilze enthalten. Man sollte sie auf über 70 Grad erhitzen. Gerichte mit rohen Pilzen sollte man dagegen nicht aufbewahren. © dpa
Ist "Tafelwasser" gesund? Ja. Tafelwasser ist lebensmittelrechtlich gesehen Trinkwasser aus der Leitung, das die Hersteller mit Mineralwasser, Meerwasser, Kochsalz sowie weiteren Zusatzstoffen wie Kalium und Natrium versetzen. Es kann bedenkenlos getrunken werden. © dpa
Nimmt man ab, wenn man "Light"-Produkte isst? Nein. Viele "Light"-Produkte haben fast genauso viele Kalorien wie ihre vollfetten Pendants. Außerdem sorgt das Gewissen dafür, dass man sich gerne noch einen Nachschlag nimmt. © dpa

Beim Test-Einkauf von zwölf Alltagsprodukten waren die klassischen Marken satte 49 Prozent teurer als die Eigenmarken der Supermärkte und der Discounter! Im Warenkorb drin waren: Apfelsaft, Aufbacksemmeln, Butter, Frischkäse, Frischmilch, Honig, Kartoffelknödeln, Ketchup, Rapsöl, Röstkaffee, Spiralnudeln und Wiener Würstchen. In der Summe musste für den Einkauf klassischer Marken deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden. No-Name-Produkte und der Einkauf bei Aldi, Lidl und Co. waren in etwa gleich teuer:

Klassische Marken: 19,60 Euro

Supermarkt-Marken: 13,67 Euro

Discounter-Marken: 13,15 Euro

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