Brexit-Votum verunsichert

Dämpfer für Deutschlands Exporteure im September

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In Staaten außerhalb der Europäischen Union gingen weniger Waren als im Vorjahr. Foto: Carsten Rehder

Der Welthandel lahmt, das bekommt auch die Exportwirtschaft zu spüren. Vor allem die Nachfrage außerhalb der EU nach Waren "Made in Germany" schwächelt. Aus Ökonomen-Sicht besteht jedoch kein Anlass zur Sorge.

Wiesbaden (dpa) - Sinkende Nachfrage außerhalb der EU hat im September das Wachstum der deutschen Exporte gedämpft. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag gingen Waren im Wert von 106,4 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 0,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im August waren die Ausfuhren noch kräftig um 9,9 Prozent gestiegen. Für Ernüchterung sorgte auch ein unerwartet deutlicher Rückgang der Industrieproduktion im September gegenüber dem Vormonat.

"Der deutsche Außenhandel hat sich mit starken Ausschlägen nach oben und unten auf der Exportseite im dritten Quartal insgesamt stabil entwickelt", erklärte der Präsident des Außenhandelsverbandes (BGA), Anton Börner. Verunsichert werde die Wirtschaft unter anderem durch das Brexit-Votum.

Angetrieben wurde der Export in September von der Nachfrage aus den EU-Ländern. Weniger Waren als im Vorjahr gingen dagegen in Staaten außerhalb der Europäischen Union. Die Importe sanken um 1,4 Prozent auf 82,0 Milliarden Euro. Gegenüber dem August 2016 verringerten sich die Exporte um 0,7 Prozent und die Importe um 0,5 Prozent.

Dennoch steuert die deutsche Wirtschaft dem BGA zufolge in diesem Jahr auf einen weiteren Exportrekord zu. Der Verband rechnete zuletzt allerdings nur mit einem leichten Plus der Ausfuhren von maximal zwei Prozent auf 1220 Milliarden Euro. Von Januar bis September betrug der Zuwachs 0,8 Prozent auf 901,0 Milliarden Euro.

Die Berg- und Talfahrt der deutschen Wirtschaft setze sich fort, erklärte ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. Das Brexit-Votum sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten bei wichtigen Handelspartnern belasteten. Die Welthandelsorganisation WTO rechnet in diesem Jahr mit dem langsamsten Wachstum des globalen Handels seit der Finanzkrise 2009.

Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands lag nach Angaben der Wiesbadener Statistiker im September 1,8 Prozent unter dem Niveau des starken Monats August. Analysten hatten im Mittel nur mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet.

Unicredit-Chefvolkswirt Andreas Rees sieht jedoch keinen Grund, wegen der Rückgänge im September "beunruhigt zu sein".

Wie sich die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal insgesamt entwickelt hat, teilt das Statistische Bundesamt in einer Schnellschätzung am kommenden Dienstag (15.11) mit. Ökonomen schließen nicht aus, dass die Konjunktur im Vergleich zum Frühjahr etwas an Schwung verloren hat. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent gestiegen.

Im Euroraum war das Wirtschaftswachstum im ersten vollen Quartal nach dem Brexit-Votum konstant geblieben. Von Juli bis September stieg das BIP nach einer vorläufigen Schätzung der europäischen Statistikbehörde Eurostat um 0,3 Prozent.

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