Sitzstreik im Büro des Chefs kann Kündigung rechtfertigen

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Mit einer ordentlichen Kündigung hat ein Chef auf den Sitzstreik einer Mitarbeiterin in seinem Büro angemessen reagiert, befand das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein.

So mancher greift schon mal zu ungewöhnlichen Mitteln, um eine Gehaltserhöhung zu erstreiten. Doch in einem Fall führte die Aktion einer Mitarbeiterin nicht zu mehr Lohn, sondern zur Kündigung.

Kiel - Ein mehrstündiger Sitzstreik im Büro des Chefs kann eine Kündigung rechtfertigen. Dies hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein entschieden.

In dem Fall hatte eine Abteilungsleiterin im Büro ihres Vorgesetzten ausgeharrt, um eine außertarifliche Vergütung durchzusetzen. Vermittlungsversuche etwa durch den Ehemann oder den Betriebsrat blieben ebenso erfolglos wie die Drohung mit Polizei und Kündigung. Erst nach knapp drei Stunden verließ die Frau unter Polizeibegleitung den Betrieb.

Das Unternehmen kündigte ihr einen Tag später fristlos, hilfsweise ordentlich, nachdem die Frau eine E-Mail an einen großen Verteiler geschickt hatte, in der sie ihr eigenes Verhalten nicht erwähnte, den Arbeitgeber aber diskreditierte. Die Frau, die seit 1992 in dem Betrieb tätig war, klagte gegen die Kündigung.

Vor dem Landesarbeitsgericht war die Frau nur teilweise erfolgreich. Sie hat demnach "eine besonders schwere Pflichtverletzung begangen". Für eine fristlose Kündigung reichte dies unter Abwägung aller Umstände des Einzelfalls zwar nicht, wohl aber für eine ordentliche Kündigung, wie es hieß. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

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