Dax-Konzern und TecDax-Mitglied legen Neun-Monats-Zahlen vor

Konzerne legen Neun-Monats-Zahlen vor: SMA-Aktie stark, K+S dümpelt

Kassel/Niestetal. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S legt am Mittwoch seine mit Spannung erwarteten Quartalszahlen vor. Donnerstag folgt der Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA.

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Der im Dax der 30 deutschen Schwergewichte notierte K+S-Konzern kämpft mit fallenden Kalipreisen. Angesichts der ungewöhnlich milden Witterung leidet der Konzern vermutlich unter einer schwachen Salz-Nachfrage. Und auch die Millionenkosten zur Abwehr der Übernahme-Pläne durch den kanadischen Wettbewerber Potash muss er verdauen. Bei SMA läuft es so gut wie seit langem nicht. Der TecDax-Wert hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mit neuen Produkten, einem personellen Aderlass und Komplettumbau aus einer tiefen Krise gearbeitet. Dank boomender Märkte in Nordamerika und Fernost, auf denen die Niestetaler gut positioniert sind, sowie eines schwachen, Export-fördernden Euro ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit einem deutlichen Umsatzplus, vor allem aber mit einer starken Reduzierung des Quartalsminus von damals 72,7 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) zu rechnen. In den ersten neun Monaten 2014 hatten die Niestetaler fast 550 Mio. Euro umgesetzt.

Pierre-Pascal Urbon

Für das Gesamtjahr erwartet SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon 850 bis 900 Mio. Euro Umsatz und ein Ebit zwischen null undzehn Mio. Euro. Damit dürfte SMA viel schneller aus der Verlustzone kommen als zu Jahresanfang noch erwartet. Die gute Entwicklung hat den Aktienkurs geradezu beflügelt. Seit Ende September legte er um fast 60 Prozent auf zuletzt 43,73 Euro zu.

Bei K+S stehen die Dinge aktuell nicht ganz so gut. Zwar hält Vorstandschef Norbert Steiner an seiner Ebit-Prognose von 780 bis 860 Mio. Euro fest, erklärte aber vor gut vier Wochen: „Das obere Ende ist sehr ambitioniert, aber an der Spanne ist nichts zu deuteln“. Selbst wenn „nur“ 760 Mio. hängenbleiben, wären das fast 19 Prozent mehr als 2014. In den ersten drei Quartalen lag das Ebit in jenem Jahr bei fast 511 Mio.

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Weit größere Sorgen bereitet K+S derzeit der Aktienkurs, der auf dem Höhepunkt des Potash-Übernahmepokers im Juli kurzzeitig über die40-Euro-Marke sprang, aber nach dem Rückzug der Kanadier Anfang Oktober auf steile Talfahrt ging und seither zwischen 23 und 25 Euro dümpelt. Den Frust der Anleger bekommt das Management derzeit deutlich zu spüren, und man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Aktionäre in der Hauptversammlung im Frühjahr dem Vorstand mächtig die Leviten lesen werden.

Norbert Steiner

Wohin die Reise geht, darüber gehen die Analysten-Meinungen weit auseinander: Die Spanne liegt bei 20 bis 40 Euro. Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe sieht den Kurs mittelfristig sogar bei 46 Euro. Die Optimisten verweisen auf das Leagcy-Projekt in Kanada – ein Kali-Bergwerk, das K+S im Sommer 2016 in Betrieb nehmen will. Es wird die niedrigsten Produktionskosten auf dem Kontinent haben.

Wir berichten am Mittwoch ab 7 Uhr auf kassel-live.de und hier auf HNA Online sowie in unserer gedruckten Ausgabe über K+S.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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