SMA-Aktie zählt zu den wenigen Gewinnern in der Börsenkrise

Kassel. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben zu massiven Kursverlusten geführt. Der Deutsche Aktienindex (Dax), der die 30 größten deutschen Unternehmen abbildet, sank in den vergangenen drei Wochen um etwa 17 Prozent. Nahezu alle Aktien verloren kräftig an Wert, viele sogar zweistellig.

Dass die Branchen unterschiedlich hart getroffen wurden, hat seine Gründe. Wir schauen uns an, wer am meisten und wer am wenigsten verloren hat.

Autobauer: Autobauer und Zulieferer verloren mit Ausnahme von BMW überdurchschnittlich viel. Der Daimler-Kurs sackte um gut 25 Prozent, der von VW um 20 und der von Continental um 22 Prozent. Grund ist, dass die Menschen in der Krise erfahrungsgemäß eher beim Auto als bei anderen Anschaffungen sparen.

Anlagenbau/Stahlkocher: Siemens und ThyssenKrupp-Titel sanken um 24 beziehungsweise 23 Prozent. In Krisenzeiten neigen Unternehmnehmen dazu, Investitionen in neue Anlagen zu verschieben. Und Stahl wird dann auch weniger gebraucht.

Energieversorger: Das gilt auch für Energie. Wenn die Industrieproduktion rückläufig ist wird weniger Strom benötigt. RWE und Eon verloren 25, beziehungsweise 20 Prozent. Bei diesen Konzernen kommt erschwerend der beschlossene Atomausstieg hinzu, der Milliardenlöcher reißt.

Finanzwerte: Die Finanztitel entwickelten sich sehr unterschiedlich. Während die Deutsche Bank mit einem Minus von 23 Prozent und die Commerzbank mit einem Abschlag von 20 Prozent zu den großen Verlierern gehören, bewegte sich die Allianz in etwa im Dax-Durchschnitt. Die Münchener Rück gehört mit einem Minus von nur gut acht Prozent sogar zu den resistenteren Titeln.

Gesundheits- und Pharma-Industrie: Sie hat zwar nicht gewonnen, aber mit Verlusten von zehn Prozent und darunter gehört sie - wie bereits bei der Finanzkrise von 2008/09 -zu den vergleichsweise krisenfesten Werten. Der Grund: Krank wird man immer, ganz gleich, wie es der Wirtschaft geht. Der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care und dessen Mutter Fresenius verloren 8,4 beziehungsweise sechs Prozent, Stada, der im MDax der mittelgroßen Werte gelistete Hersteller von Nachahmer-Arznei (Generika), gab um 9,4 Prozent nach. Der Krankenhausbetreiber Rhön Klinikum verzeichnete nur einen leichten Kursrückgang von nur 2,3 Prozent.

Konsumgüter: Konsumgüter-Titel erwiese sich diesmal als fast krisenresistent. Waschmittel und Klebstoff wird immer benötigt. Daher verloren Waschmittelproduzent Henkel und die Hamburger Beiersdorf AG, die unter anderem für bekannte Marken wie Tchibo, Tesa, Labello und Nivea steht, nur je sechs Prozent. Das traf auch auf den Brillen-Spezialisten Fielmann zu, dessen Verlust bei gut drei Prozent liegt. Sehhilfen sind immer gefragt.

Und da wäre noch der Solartechnik-Hersteller SMA aus Niestetal (Kreis Kassel): Dessen Aktienkurs sank in der Spitze zwar um etwa zehn Prozent, erholte sich aber kräftig und notierte gestern mit gut 76 Euro fast 19 Prozent höher als vor drei Wochen. Grund: Die Niestetaler haben zwischenzeitlich unerwartet gute Quartalszahlen und eine positiven Prognose vorgelegt.

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