Solartechniker gleicht Produktionsrückgang aus

Bei SMA geht jeder vierte Zeitarbeiter

Niestetal. Der Niestetaler Solartechnik-Spezialist SMA trennt sich von jedem vierten seiner 2100 Zeitarbeiter. „Leider werden wir nun kurzfristig den Einsatz von rund 500 Zeitarbeitskräften beenden müssen“, bestätigt SMA-Sprecher Volker Wasgindt.

Aktuell prüfe SMA-Zeitarbeitspartner „Team Time“, Betroffene anderweitig zu vermitteln oder in Kurzarbeit zu nehmen.

„Angesichts der großen Nachfrage nach Wechselrichtern hatten wir unsere Produktionskapazitäten noch einmal stark ausgebaut und die monatliche Produktion in den letzten Monaten kontinuierlich hochgefahren“, sagt Wasgindt.

Die Kürzungen der Solarförderung im Juli und Oktober hätten zu einem kurzfristigen Nachfrageschub geführt. Doch jetzt hätten sich viele SMA-Kunden eingedeckt. Auch seien sie nach den Kürzungen der Einspeisevergütung und wegen bevorstehender weiterer Reduktionen bei Neubestellungen vorsichtiger. Zudem würden im Winter weniger PV-Anlagen installiert.

„Als Weltmarktführer sind wir seit jeher eng an die Entwicklung der Photovoltaikmärkte gekoppelt,“ sagt Wasgindt. So mussten 2009 Produktions-Schwankungen im Verhältnis von eins zu vier, teilweise sogar eins zu fünf ausgeglichen werden. Möglich sei dies nur mit Zeitarbeit. Auf diese Weise würde die Stammbelegschaft von derzeit rund 4300 Beschäftigten geschützt.

Diese Zahl habe sich binnen Jahresfrist um über 1000 Mitarbeiter erhöht. Zeitarbeiter erhielten bei SMA den gleichen Lohn wie Festangestellte und würden am Unternehmenserfolg finanziell beteiligt. SMA hält an der Umsatzprognose 2010 von 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro und dem Weltmarktanteil von über 40 Prozent hält fest.

An den Erfolg der Niestetaler glaubt auch die US-Investmentbank Goldman Sachs. Sie hat zwar das Kursziel von 140 auf 110 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „conviction buy“ belassen – was so viel heißt wie: Die Analysten sind nach wie vor von der Aktie überzeugt. Analyst Jason Channell erwartet 2011 einen Wendepunkt für den Solarmarkt. Ein weiterer Rückgang der geförderten Photovoltaikanlagen sei zu befürchteten.

Die im TecDax notierte SMA-Aktie lag gestern um 17.30 Uhr bei 84,33 Euro und kostete damit 1,14 Prozent weniger als noch am Freitag.

Von Martina Wewetzer

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