Einspeisevergütung sinkt, Anlage lohnt trotzdem

Solarkürzungen sind beschlossen

Geld für Sonnenstrom: Die Förderung wird gekürzt, aber Solaranlagen bleiben ein sicheres Geschäft. Foto: dpa

Berlin. Der Streit um die Solarförderung ist beendet. Die Einspeisevergütung wird bis Oktober um elf bis 16 Prozent gekappt – allerdings nicht wie ursprünglich geplant in einem Schritt, sondern in zwei Stufen.

Dieser Kompromiss des Vermittlungsausschusses wurde am Freitag vom Bundesrat gebilligt.

Die Vergütung: Rückwirkend zum 1. Juli wird die Einspeisevergütung für Dachanlagen um 13 Prozent zusammengestrichen. Im Oktober werden weitere drei Prozent abgezogen, zusammen also 16 Prozent. Ein Beispiel: Der Einfamilienhausbesitzer, der sich zu Jahresbeginn eine Anlage mit bis zu 30 Kilowatt (KW) Leistung aufs Dach gesetzt hat, kann die Kilowattstunde (kWh) Sonnenstrom für 39,14 Cent an seinen Versorger verkaufen. Schließt er seine Solaranlage erst im Juli an, bekommt 34,05 Cent. Zum 1. Oktober gibt es nur noch 32,88 Cent.

Für Dachanlagen mit einer größeren Leistung als 30 KW gelten andere Sätze. Für Freiflächenanlagen sinkt die Vergütung zum Juli um zwölf, für Anlagen auf Mülldeponien oder ehemaligen Militäranlagen um acht Prozent. Auch hier kommen im Oktober weitere drei Prozent Kürzung hinzu. Wichtig: Der Prozentsatz, der beim Start der Anlage gilt, ist für 20 Jahre garantiert.

Selbstverbraucher: Wer seinen Sonnenstrom selbst nutzt, erhält einen Bonus je kWh. Er steht damit etwa um acht Cent je kWh besser da, als wenn er die Energie seinem Versorger angedient hätte. Die Regelungen gelten für den Eigenverbrauch bis zu 30 Prozent der produzierten Energie. Für einen höheren Anteil gelten andere Boni. Wer den Zuschuss kassieren will, muss einen Extra-Stromzähler einbauen lassen.

Die Rechnung: Solaranlagen lohnen noch immer. Stiftung Warentest spricht von Renditen von fünf bis neun Prozent. Denn die Preise für Solaranlagen sind innerhalb eines Jahres um fast 30 Prozent gefallen. Die Solaranlage auf einem Einfamilienhaus mit gut 5000 Kilowatt Leistung – das reicht rein rechnerisch, um einen Vierpersonenhaushalt zu versorgen – ist für etwa 15 000 Euro zu haben.

Info: www.solarwirtschaft.de

Von Barbara Will

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