Gute Nachrichten aus der Branche treiben die Kurse

Auf der Sonnenseite der Börse: Solaraktien sind wieder Anlegers Liebling

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Zurück in der Anlegergunst: Die Aktien von Solarunternehmen sind wieder gefragt, die Kurse steigen kräftig.

Frankfurt/Niestetal. Geliebt, gemieden, wieder gefragt: Solaraktien, die 2013 teilweise mehr Nerven kosteten als Rendite einbrachten, stehen wieder hoch in der Anlegergunst.

So legten die Papiere des nordhessischen Wechselrichter-Herstellers SMA in nur vier Wochen um knapp 45 Prozent zu. Ähnlich sieht es bei Solarworld aus. Die Papiere des Bonner Fotovoltaik-Herstellers, der sich mit Schuldenschnitt und Kapitalerhöhung vor dem drohenden Aus rettete, gewannen binnen eines Monats ein Viertel an Wert.

Nicht nur in Deutschland sonnen sich Solarunternehmen derzeit in der Anlegergunst. Denn die Stimmung in der Branche hat sich aufgehellt: „Wir sehen weltweit eine stark anziehende Nachfrage“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Verbandes BSW-Solar. Die Phase, in der die Unternehmen unter einem starken Preisverfall bei gleichzeitig unausgelasteten Kapazitäten litten, neige sich dem Ende zu. Auch hätten die Unternehmen neue Technologien entwickelt und damit die Kosten drastisch gesenkt.

Die Deutsche Bank verbreitet ebenfalls Optimismus: Solaranlagen mit einer Leistungsfähigkeit von 46 Gigawatt (GW) werden in diesem Jahr weltweit entstehen, schätzt eine aktuelle Studie. Das entspricht der Kapazität von mehr als 40 Atomkraftwerken. Im kommenden Jahr könne der Zubau sogar auf 56 GW steigen. Zum Vergleich: 2013 lag er bei schätzungsweise 35 Gigawatt. In mindestens 19 Märkten sei Sonnenstrom bereits ohne Subventionen konkurrenzfähig.

Warm ums Herz dürfte es den Solarkonzernen vor allem in China, Japan und den USA werden. Dort wächst das Sonnengeschäft am stärksten. In Deutschland ist die Lage hingegen eher wolkig. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande Fotovoltaik-Anlagen mit 33,4 Gigawatt Leistung auf Dächer und Freiflächen geschraubt – 56 Prozent weniger als 2012. In diesem Jahr rechnet der Branchenverband BSW mit einem weiteren Rückgang. „Es war immer klar, dass die volumenstarken Märkte außerhalb Deutschlands liegen werden“, sagt Körnig und betont: „Ein robuster Heimatmarkt bleibt für den Erfolg der heimischen Solarwirtschaft aber unverzichtbar.“ Mittlerweile geht allerdings der überwiegende Teil der Produktion ins Ausland.

Weltweit wächst die Nachfrage, „aber es ist die Frage, welche Unternehmen davon profitieren“, sagt Analyst Rodler. So habe SMA 2013 beispielsweise in China noch einen Marktanteil von weniger als drei Prozent. Insgesamt seien Solaraktien hochvolatil: Angesichts stark schwankender Kurse brauchen Anleger auch weiterhin gute Nerven.

Von Barbara Will

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