Amerkianischer Medienbericht sorgt für Wirbel

Sorge um kranken Apple-Chef Jobs

Krank: Apple-Chef Steve Jobs. Foto: ap

San Francisco. Das unscharfe Foto zeigt einen schmalen, gebeugten Mann mit schütterem Haar. Apple-Gründer Steve Jobs, beim Verlassen der Krebsklinik im kalifornischen Standford, weiß das US-Boulevardblatt National Enquirer (zu deutsch etwa: Nationaler Fragesteller). Der 55jährige Apple-Chef, der seit Januar wieder eine Krankheitspause einlegt, habe wohl nur noch wenige Wochen zu leben, berichtete das Blatt.

Das reichte, um die Apple-Aktie kurz in den Keller zu schicken. Das Papier verlor am Donnerstag an der US-Technologiebörse 1,33 Prozent auf 358,30 Dollar und vermasselte dem Börsenindex Nasdaq 100 den zehn-Jahres-Höchststand.

Jobs, Sohn eines syrischen Politikwissenschaftlers und einer Amerikanerin, bewegt Märkte. Zweimal zwang ihn schwere Krankheit zur Pause. 2004 kämpfte er gegen den Krebs in seiner Bauchspeicheldrüse, 2009 brauchte er eine neue Leber. Jedesmal sorgten seine Ankündigungen für verunsicherte Anleger.

Denn Apple ist Jobs. Und Jobs ist iPod und iPhone, Jobs steht für den Tablet-Computer iPad und für die Gewinnsprünge in der Bilanz. Allein im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2010/11 (25. September) setzten die Apfel-Männer 26,7 Milliarden Dollar (19,62 Mrd. Euro) um und strichen dabei rund sechs Mrd. Dollar Reingewinn ein, 77 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Jobs, der seine Neuheiten betont schlicht in Jeans, Turnschuhen und schwarzem Rolli vor der Öffentlichkeit zelebriert, ist mit seinem Unternehmen verschmolzen. Er ist nicht nur ein Visionär, sondern auch ein genialer Verkäufer. Apple-Produkte sind vielleicht nicht besser als die Produkte der Konkurrenz, aber sie sind anders: handschmeichlerisch, fast intuitiv zu bedienen – Design als Lebensstil.

1976 hatte Jobs mit Steve Wozniak und Ronald Wayne die Apple Computer Company gegründet. Ein Jahr später verkaufte die Garagenfirma die ersten Computer. Durch sein Unternehmen wurde Jobs zum Multimilliardär, durch seine Entwicklungen zum Übervater der Computerwelt.

Apple-Aktionäre und US-Investmentberater haben das Unternehmen aufgefordert, die Nachfolgeregelung zu veröffentlichen. Einen Plan soll es zwar angeblich schon geben, aber Apple behält ihn lieber für sich.

Während der Krankheitspausen hat Tim Cook, der bei Apple das internationale operative Geschäft führt, das Steuer übernommen. Das Charisma von Jobs hat er nicht. Bisher läuft die Maschinerie des Computerkonzerns rund: Das iPad2, das im April auf den Markt kommen soll, ist dem Vernehmen nach schon in der Produktion, das iPhone5 kommt voraussichtlich im Juni. Doch Apple ist nicht unangefochten: Konkurrent Google zielt mit seinem kostenlosen mobilen Betriebssystem Android gegen Apples iPhone. Und der Tablet-Rechner iPad hat inzwischen zahlreiche Nachahmer. Apple braucht einen starken Lenker.

VonBarbara Will

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