Rekordergebnis: Sparda-Hessen steigert Überschuss auf 11,6 Millionen Euro

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Jürgen Weber, Vorsitzender des Vorstandes

Frankfurt. Die Sparda-Bank Hessen bleibt auf Erfolgskurs. Mit einem Überschuss von 11,6 (2009: 10,3) Millionen Euro habe sie das beste Jahresergebnis seit Bestehen erzielt, sagte Jürgen Weber, Vorstandsvorsitzender des genossenschaftlichen Geldinstituts in Frankfurt.

Wird 2011 ein normales Jahr, dann dürfte das Ergebnis ähnlich gut ausfallen, prognostiziert er.

Den Zuwachs begründete der Vorstand bei der Bilanzvorlage am Donnerstag mit einem „sehr guten Zins- und Provisionsgeschäft“. Das Zinsergebnis stieg um ein Drittel auf 95,4 Mio., das Provisionsgeschäft legte um ein Sechstel auf 11,9 Mio. Euro zu. Bei diesem Zuwachs profitierte die Sparda von den Möglichkeiten der Fristentransformation. Bei dieser Ertragsquelle nutzen Banken die kurzfristigen Spareinlagen ihrer Kunden, um langfristige Kredite zu vergeben - eine übliche Strategie. Sie funktioniert aber nur, wenn die kurzfristigen Zinsen niedriger sind als die langfristigen. Das war im zweiten Halbjahr 2010 der Fall.

Genutzt hat der Sparda-Hessen dabei das Kundenverhalten: Sie wollten kurzfristige Anlagen für ihr Geld. Damit sank für die Bank der Zinsaufwand bei der Kredit-Finanzierung. Die Kundeneinlagen stiegen um 1,7 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Beim Provisionsgeschäft verdiente die Bank am Vertrieb von Produkten ihrer Partner wie Union Investment, Schwäbisch Hall, Versicherer DEVK - und an der Vermittlung von Krediten über easyCredit. Weber: „Wir haben das Risiko der Konsumentenkredite ausgelagert, erhalten aber die Provision.“ 2010 waren dies 1,6 Mio. Euro, bei einem vermittelten Volumen von rund 19 Mio. Euro.

Obwohl Kleinkredite ausgelagert wurden, stieg erstmals seit Jahren das Kreditvolumen um 0,3 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Weber spricht von einem „Wendepunkt“. Für 2011 erwartet er, dass das Geschäft mit Baufinanzierungen zulegt, weil die Zeit des billigen Geldes endet und eine höhere Inflationsrate Immobilien interessant machen könnte. Die Zahl der Mitglieder stieg 2010 um zwei Prozent auf 275 000. Über die Dividende wird erst im April entschieden. Da die Bank auf Nachhaltigkeit setzt, soll ab 2011 für jedes neue Mitglied ein Baum gepflanzt werden.

Mit einer Bilanzsumme von 5,2 Mrd. Euro zählt die Sparda bundesweit zu den Top 15 im Genossenschaftssektor.

Von Martina Wewetzer

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