Bank machte weniger Gewinn

Sparda leidet unter Zinsniveau

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Sparda-Vorstandschef Jürgen Weber setzt auf „zufriedene Kunden“

Frankfurt/Kassel. Nach zwei Rekordjahren in Folge hat ein schwächeres Zinsergebnis den Jahresüberschuss der Sparda-Bank Hessen gedrückt. Die Bank hatte zwar mehr Geld in der Bilanz, konnte damit am Markt aber weniger Gewinn machen.

Unter dem Strich sank der Überschuss auf 10,6 Millionen Euro nach 11,7 Millionen Euro im Vorjahr, wie das genossenschaftliche Institut gestern in Frankfurt mitteilte. Und dies obwohl die Bank im Kreditneugeschäft zugelegt hat, die Einlagen der Kunden gewachsen sind und die Bilanzsumme von 5,06 auf 5,17 Milliarden Euro gestiegen ist - eigentlich dürfte die Sparda mit dem Geschäftsverlauf 2012 zufrieden sein, wäre da nicht ein aber.

„Insgesamt können wir uns nicht von der allgemeinen Lage an den Finanzmärkten lösen“, stellte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Weber fest. Dies bedeutete Einbußen bei den Erträgen aus Zinsen, die im vergangenen Jahr durchweg niedrig waren. So halbierte sich das Teilbetriebsergebnis fast von 49,1 Millionen Euro auf 27,1 Mio. Euro. Das Teilbetriebsergebnis errechnet sich aus dem Überschuss der Zinsen, den Provisionen und dem Aufwand für die Verwaltung.

Webers Ausblick: Die Perspektiven bei der Euro-Krise bleiben unklar. Der Trend zu kurzfristigen Kundeneinlagen wird daher anhalten. 2013 erwartet Weber einen Anstieg der Kreditzusagen und damit des Kreditbestandes.

Mit Krediten hat die Sparda 2012 gut verdient. So legten die Baufinanzierungen um 333 Millionen Euro zu. Das Kreditvolumen insgesamt liegt bei 2,23 Milliarden Euro. Weber: „Die historisch niedrigen Zinsen haben zu dieser Entwicklung beigetragen.“

Beim Zinsergebnis - das für das Teilbetriebsergebnis mitverantwortlich ist - musste die Sparda Abstriche machen. Es ging von 96,9 auf 79 Mio. Euro zurück. Um Risiken zu reduzieren, habe die Bank nach eigenen Angaben auf Anleihen von Emittenten hoher Bonität gesetzt. Diese warfen aber nur niedrige Renditen ab: „Selbst wenn nach ausgiebiger Risikoabschätzung auch die eine oder andere Chance genutzt werden konnte, war ein Ausgleich nicht möglich.“ Dies lässt sich auch an der Zinsspanne ablesen. Sie fiel auf 1,53 Prozent.

Das Ergebnis im Provisionsgeschäft blieb mit 12,6 Mio. fast konstant. Zwar gingen die Erträge bei der Vermittlung von Versicherungen und Bausparverträgen zurück, verdienen konnte die Sparda aber an der Nachfrage bei Verbraucherkrediten und Investmentfonds. Um einen Euro zu erwirtschaften musste die Bank 70,4 Cent ausgeben - gut 15 Cent mehr als ein Jahr zuvor.

Von Martina Wewetzer

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