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Strompreisbremse: So viel Geld können Verbraucher ab Januar sparen

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Für Privatkunden und kleine Unternehmen soll ab Januar die Strompreisbremse kommen. Haushalte können dadurch mehrere hundert Euro sparen.

Frankfurt – Am Mittwoch, dem 2. November, haben sich die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten sowie die Bundesregierung nicht nur auf eine Gaspreisbremse, sondern auch auf eine Preisbremse für Strom geeinigt. Wie beim Gas soll der Strompreis auf 40 Cent pro Kilowattstunde bei 80 Prozent des herkömmlichen Jahresverbrauchs begrenzt werden. Diese Verordnung gilt für Privatkunden und kleine Unternehmen. „Die Differenz zwischen dem zu zahlenden Marktpreis und der Deckelung wird als Entlastung monatlich von den Versorgern direkt mit dem Abschlag verrechnet“, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern.

Aufgrund der Energiekrise drängten die Länder zuletzt darauf, die Senkung der Stromtarife, die im Januar 2023 beginnen soll, zu beschleunigen. Ausgehend von den aktuellen durchschnittlichen Strompreisen schätzt das Portal Check24, dass ein Haushalt mit durchschnittlichem Verbrauch bis zu 320 Euro pro Jahr sparen kann. Zugrunde lag der aktuelle durchschnittliche Strompreis von 48 Cent pro Kilowattstunde.

Netzbetreiber: Versorgung im Winter sichern - Stromsparen hilft
Bund und Länder haben die Strompreisbremse beschlossen, mit der Bürger und Wirtschaft finanziell entlastet werden sollen. © Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild

Strompreisbremse: Familie in Einfamilienhaus kann 320 Euro jährlich sparen

Demnach verbrauche eine durchschnittliche vierköpfige Familie, die in einem Einfamilienhaus lebt, rund 5000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Wenn der Strom 48 Cent pro Kilowattstunde kostet, müssten sie 2400 Euro bezahlen. Würden sie dagegen ihre Stromrechnung ausbremsen, könnten sie rund 320 Euro pro Jahr sparen. Selbst ein Haushalt mit einem geringen Jahresverbrauch von 4250 Kilowattstunden würde 272 Euro sparen.

Für Single-Haushalte könnten die Entlastungen geringer ausfallen, entsprechend dem Rückgang des Gesamtverbrauchs. Ein durchschnittlicher Haushalt hätte mit einem Verbrauch von 1500 Kilowattstunden ab etwa Januar 96 Euro pro Jahr zu rechnen. Bei einem höheren Verbrauch, zum Beispiel bei 2500 Kilowattstunden, wären weitere 160 Euro an Einsparung möglich.

Stromverbrauch pro Jahr*Ersparnis durch Strompreisbremse pro Jahr*
5000 Kilowattstunden320 Euro
4250 Kilowattstunden272 Euro
2500 Kilowattstunden160 Euro
1500 Kilowattstunden96 Euro

*Quelle: Check24 (ausgehend von einem Strompreis in Höhe von 48 Cent pro Kilowattstunde)

Soforthilfe, Gas- und Strompreisbremse kosten 200 Milliarden Euro

Die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP sieht auch eine Strompreisbremse für die Industrie vor, die für eine Grundstromquote von 70 Prozent des heutigen Stromverbrauchs einen Nettopreis von 13 Cent pro Kilowattstunde erhalten soll – bemessen am Jahresverbrauch 2021. Die Unterstützung für die Industrie soll in Übereinstimmung mit den europäischen Regeln für staatliche Beihilfen erfolgen.

Die Soforthilfe im Dezember sowie die Gas- und Strompreisbremse werden im Wesentlichen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) finanziert: 200 Milliarden Euro sind dafür vorgesehen. Darüber hinaus wird die Strompreisbremse teilweise durch sogenannte Zufallsgewinne finanziert. Geplant ist dies für März 2023, allerdings rückwirkend zum 1. September 2022. Erwartet wird ein zweistelliger Milliardenbetrag.

Zufallsgewinne sind unerwartete Gewinne mancher Stromerzeuger, da sich der Strompreis am teuersten Energieträger, dem Gas, orientiert, Strom sich aber auch billiger produzieren lässt. Etwa aus Wind-, Sonnen- und Kernkraft. Nach Angaben der Bundesregierung sollen 90 Prozent der Zufallsgewinne zurückgefordert werden. (cas)

Beim Stromsparen hilft es bereits, die größten Stromfresser im Haushalt zu finden.

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