Winkler verdient sein Geld mit Nutzfahrzeug-Ersatzteilen – mittelständische Gruppe wächst seit Jahren

Ein Spezialist für Exotisches

Ulf Apel

Lohfelden / Stuttgart. Das meiste, was die Winkler Fahrzeugteile GmbH in Lohfelden (Kreis Kassel) auf 15.000 Quadratmetern lagert, ist schwer und sperrig: Luftfederungssysteme, Windschutzscheiben, riesige Kraftstofftanks, Anhänger, Transporter, Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge aller Fabrikate.

40 000 verschiedene Teile sind es mittlerweile allein im Zentrallager Kassel. In der Gruppe unter dem Dach der Stuttgarter Christian Winkler GmbH & Co KG mit mittlerweile 24 Standorten im Inland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Polen und Lettland sind es 163 000. Tendenz steigend.

„Die Teilevielfalt wird immer größer“, sagt Betriebsleiter Ulf Apel, der mit seinen 111 Mitarbeitern in Lohfelden dafür sorgt, dass die Kunden vornehmlich in der Mitte, im Norden und Osten Deutschlands sowie in Osteuropa Ersatzteile für deren teilweise betagten Fahrzeuge und das notwendige Spezialwerkzeug bekommen.

Und das ist gar nicht so einfach. Beim Pkw läuft die Suche über die Fahrzeugidentifikationsnummer. Beim Lkw oder Anhänger ist das schon viel schwerer. „Bei einem 30 Jahre alten Fahrzeug hat man oftmals überhaupt keine Nummer“, erklärt Apel. Dann sei das Spezialwissen seiner Mitarbeiter gefragt, die seltene Teile häufig mittels telefonischer Beschreibung und der Angabe von Abmessungen fänden. Apel: „Wir werden auch bei exotischem fündig. Das können nicht viele. Das ist unsere Spezialität und unser eigentliches Kapital.“

Winkler sieht sich im Geschäft mit Nutzfahrzeug-Ersatzteilen als führender Anbieter in Deutschland und Europa. Die Zentrallager und Schulungszentren in Ulm und Kassel sind die Herzstücke des 1901 als Wagenschmiede in Stuttgart gegründeten Unternehmens. Noch heute gehört es der Familie Winkler, die sich aber aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat.

Der Erfolg gibt der mittelständischen Gruppe mit rund 1200 Beschäftigten recht. So stieg der Umsatz 2010 um fast 23 Prozent auf 270 Millionen Euro. Über die Umsatzziele für dieses Jahr schweigt sich das Unternehmen zwar aus, aber natürlich soll der Absatz wie in den Vorjahren steigen. Zum Ertrag macht das Unternehmen keine Angaben.

Jährlich kommen zwei bis drei neue Filialen hinzu. Und weil die Zentrallager mit der Organisation wachsen müssen, soll auch das in Lohfelden absehbar erweitert werden. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Apel, der im Schnitt zehn neue Mitarbeiter im Jahr einstellt. Ein schnelleres Wachstum wäre möglich, wenn qualifizierte Leute auf dem Markt wären. „So müssen wir alle Mitarbeiter selbst aus- und weiterbilden“, betont er. Zehn Prozent der Beschäftigten im Zentrallager in Lohfelden sind Auszubildende.

Erst vor 15 Jahren kam Winkler nach Lohfelden. Von hier aus startete das bis dahin vor allem im Süden und Südwesten stark vertretene Unternehmen die erfolgreiche Expansion nach West-, Nord- und Ostdeutschland.

Von José Pinto

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