Breckle produziert in Northeim Matratzen und Polsterbetten - Hersteller sieht sich als Marktführer

Spezialist für den guten Schlaf - Breckle produziert in Northeim Matratzen und Polsterbetten

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Jan Fahrtmann an einer modernen Anlage zur Produktion von Formschaum-Matratzen

Northeim. Flink spritzt der Roboter der Northeimer Breckle GmbH das flüssige Kunststoffgemisch von hinten in eine gewaltige Aluminiumform. Dort wird es unter Druck und Hitze aufgeschäumt.

Andrreas Breckle, Geschäftsführer

Nach einigen Minuten gibt die Anlage den ein mal zwei Meter großen und 20 Zentimeter hohen Kern der Formschaum-Matratze frei. Später bekommt der Rohling einen Stoffüberzug und fertig ist der Sieger der Stiftung Warentest beim Matratzen-Vergleich vom März 2009.

Sechs Millionen Euro hat sich Deutschlands Branchenprimus und einer der größten Matratzen-Hersteller Europas sein neuestes Produkt und die nahezu vollautomatische Produktionsanlage nach Angaben von Geschäftsführer Andreas Breckle kosten lassen – und zehn neue Jobs geschaffen.

600 dieser Kerne entstehen täglich im Drei-Schicht-Betrieb. Aber nach wie vor überwiegt die Handarbeit in dem familiengeführten, mittelständischen Unternehmen. In der Polsterei, Schreinerei, Näherei, in der Entwicklungsabteilung sowie in den indirekten Bereichen sind insgesamt rund 350 Mitarbeiter damit beschäftigt, den Menschen zu einer möglichst angenehmen Nachtruhe zu verhelfen.

Breckle produziert nahezu alles selbst. Sogar die Federkerne aus Metall für den nach wie vor gefragten gleichnamigen Matratzen-Typ werden in Northeim aus Draht gebogen.

Und Matratzen sind nicht das einzige, was das weitläufige Werk verlässt. Darüber hinaus fertigt Breckle Lattenroste, komplette Polster- und Futonbetten sowie Kissen und anderes Zubehör. Dass die Northeimer anders als viele Mitbewerber ausschließlich im Inland produzieren, hat mehrere Gründe. „Nur hier können wir die gewohnt hohe Qualität unserer Produkte gewährleisten und gleichzeitig schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagieren“, sagt Breckle, der gemeinsam mit Bruder Michael den Betrieb in dritter Generation führt.

„Lagerhaltung gibt es nicht. Es wird nur auf Bestellung produziert und binnen fünf Tagen nach Ordereingang geliefert. Das wäre aus dem Ausland nicht zu schaffen“, sagt der 46-jährige. Abgesehen davon lohne der Transport sperriger Matratzen über weite Strecken wegen der unverhältnismäßig hohen Logistik-Kosten nicht. Daher beschränkt sich der Spezialist auf die Belieferung Nord- und Mitteldeutschlands, die Benelux-Staaten und Dänemark.

Gut 55 Mio. Euro wollen die Northeimer in diesem Jahr mit Produkten rund um den Schlaf umsetzen - ungefähr so viel wie 2009. Die Stagnation, so Breckle, sei eine Folge der Wirtschaftskrise, die sich nun auch im Matratzengeschäft niederschlage. Der Markt sei hart umkämpft. Dennoch schreibe man deutlich schwarze Zahlen, sagt Breckle ohne konkrete Angaben zu machen.

„Wir schauen zuversichtlich nach vorn. Mit neuen Produkten werden wir unseren Marktanteil halten und ausbauen“, sagt er. Der liegt aktuell bei 20 bis 25 Prozent. Fünf Mio. Matratzen werden deutschlandweit im Jahr verkauft. Davon stammt fast ein Viertel von der Breckle-Gruppe (siehe Hintergrund).

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