Pumpen- und Kompressorenbauer Seybert & Rahier liefert spezielle Anlagen in die ganze Welt

Spezialist für die richtige Dosis

Führt Sera in dritter Generation: Carsten Rahier, geborener Füldner. Er hat den Nachnamen seiner Ehefrau Irena angenommen. Unser Foto zeigt ihn mit einer Anlage, die für ein Kraftwerk auf der Karibik-Insel Tobago bestimmt ist. Foto: Herzog

Immenhausen. Eigentlich hatte sich Carsten Rahier für eine andere berufliche Laufbahn entschieden. Nach dem Studium verdingte sich der Diplom-Wirtschaftsingenieur in den 90er-Jahren bei einem Konzern und nahm rasch einige Sprossen auf der Karriereleiter. Doch 2000 ereilte den gebürtigen Hofgeismarer der Ruf seines Schwiegervaters Helmut Rahier, der ihn zum Nachfolger als Chef des Dosierpumpen- und Kompressorenbauers Seybert & Rahier (Sera) in Immenhausen (Kreis Kassel) auserkoren hatte.

Der heute 42-Jährige überlegte nicht lange und entschied sich für den Familienbetrieb. Das hat er bis heute nicht bereut. „Es macht wirklich Spaß, dieses Unternehmen zu führen“, sagt er. 2003 stieg er in die Geschäftsleitung auf, zwei Jahre später übernahm er nach dem Tod des Schwiegervaters die alleinige Führung. Seither hat er die Produktion umgekrempelt, moderne Management-Strukturen eingeführt, das Unternehmen zu einem Systemanbieter umgewandelt und die Internationalisierung voran getrieben. Mittlerweile liegt die Sera-Exportquote bei etwa 50 Prozent.

Sera-Produkte sind weltweit gefragt. Überall, wo in Produktionsabläufen genau definierte Mengen bestimmter Stoffe zeitgenau zugegeben werden müssen, sind Sera-Dosierpumpen und -anlagen nicht weit. In der Lebensmittelindustrie setzen sie beispielsweise Reinigungsmittel zu, damit Leitungen nicht verschmutzen oder verstopfen. In chemischen und petrochemischen Anlagen dosieren sie exakt Laugen und Säuren, ohne die viele Prozesse nicht in Gang kämen.

Bei Autobauern sorgt die Technik aus Immenhausen dafür, dass die Produktion wie geschmiert läuft. In der Reifenproduktion von Continental verhindern Sera-Pumpen durch Zugabe bestimmter Stoffe, dass der Gummibrei zäh wird. Und große Gase-Anbieter verwenden Sera-Kompressoren (Verdichter) zum Befüllen von Gasflaschen.

Sera ist zwar nicht allein am Markt. In Deutschland sieht Rahier sein Unternehmen unter den Top vier, weltweit unter den Top zehn. „Aber so breit aufgestellt wie wir ist kein anderer“, sagt er. Hinzu komme, dass Sera sehr schnell auf Marktänderungen und Kundenwünsche reagieren könne. „Unser Produkt wandelt sich immer stärker zur individuellen Lösung. Der Kunde nennt uns sein Problem, und wir lösen es“, sagt Rahier, den seine Mitarbeiter als verbindlich, kompetent, respektvoll und ausdauernd bezeichnen.

Letztere Eigenschaft braucht der jugendlich wirkende Unternehmer auch in seiner Freizeit. Denn der Vater dreier Kinder hält sich durch regelmäßiges Joggen und Tennisspielen sowie gelegentliches Segeln, Surfen und Skifahren fit.

Die Krise ging auch an Sera nicht spurlos vorüber. Weil viele Investitionen geschoben wurden, sank der Umsatz 2009 um 20 Prozent auf 14 Millionen Euro. Dennoch schreibe das Unternehmen schwarze Zahlen, betont Rahier ohne konkrete Angaben zu machen. Für 2010 erwartet er einen Umsatz von 15 Mio. Euro. Dank Kurzarbeit gelang es dem Traditionsbetrieb, die Stammbelegschaft von 210 Mitarbeitern zu halten.

Von José Pinto

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