Eurocopter-Standort Calden macht alte Hubschrauber fit – Geschäfte laufen gut

Spezialisten für Kniffliges

Arbeit für Profis: Jörg Jäger (links) gehört zum Eurocopter-Reparatur-Team in Calden. Auf unserem Foto arbeitet er am Rotorkopf eines älteren Puma aus französischer Produktion (siehe kleines Bild). Werkleiter Robert Stürzer schaut ihm zu.

calden. Dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihren Dienstreisen in einem der drei Cougar-Hubschrauber der Flugbereitschaft der Bundeswehr seit kurzem so richtig wohl fühlen dürfte, ist auch ein Verdienst der Eurocopter-Mannschaft am Standort Calden (Kreis Kassel).

Denn die Hubschrauber-Spezialisten sorgen mit regelmäßigen Inspektionen und Wartungen nicht nur für die Sicherheit des schweren Fluggeräts. Unlängst haben sie auch das bis dahin nüchtern-zweckmäßige Interieur der Militär-Helikopter komplett erneuert. Seitdem haben die Maschinen edle Ledersitze, die mit einem Wurzelholzimitat verzierten Wände strahlen eine wohlige Wärme aus, und gebürstete Edelstahlleisten sorgen für Eleganz in den Maschinen – gediegenes Ambiente für die Regierungschefin.

Mit 62 Beschäftigten wartet, repariert und modernisiert der deutsch-französische Hersteller Eurocopter in Calden Maschinen aus eigener Produktion oder baut sie nach Kundenwunsch um. Spezialität des Hauses sind vor allem die großen Transport- und Passagier-Helikopter, die je nach Ausstattung bis zu 25 Personen aufnehmen können.

Weitere 15 Mitarbeiter sind im niedersächsischen Bückeburg ganzjährig mit der Rundum-Betreuung der Ausbildungshubschrauber der Bundeswehr beschäftigt.

Derzeit rüsten die Caldener Spezialisten für Kniffliges unter anderem einen Hubschrauber um, der bislang im Dienst eines koreanischen Elektrokonzerns stand und künftig brasilianische Bohrinseln versorgen soll, was größere Umbauten und den Einbau zusätzlicher Sicherheitstechnik erforderlich macht.

„Das kann schnell 1,5 Millionen Euro und mehr kosten“, erklärt Werkleiter Robert Stürzer. Zu seinen Stammkunden gehören neben Bundeswehr und Polizei auch private Betreiber im In- und Ausland sowie Streit- und Sicherheitskräfte anderer europäischer Staaten. Erst unlängst ging eine von Grund auf modernisierte Maschine für den Bohrinsel-Einsatz nach Aserbaidschan.

Die Geschäfte laufen gut, zumal die europaweite Konkurrenz mit je einer Hubschrauberwerft in der Schweiz und Norwegen überschaubar ist. 40 bis 60 Helikopter durchlaufen jährlich die zwölf Docks in Calden und verweilen dort je nach Auftragsumfang zwei Tage bis mehrere Monate. 2010 setzte der Wartungsbetrieb 15,5 Mio. Euro um - fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr sollen es laut Stürzer mehr als 16 Mio. Euro werden. Wieviel als Gewinn übrigbleibt, sagt er nicht. Nur soviel: „Wir verdienen nicht schlecht“. Künftig wollen sich die Caldener noch stärker dem Geschäft mit großen Hubschraubern wie EC 155, Super Puma und Cougar widmen. „Die Aufträge sind wesentlich lukrativer als bei kleinen Maschinen“, erklärt Stürzer.

Dazu hat Eurocopter nach seinen Angaben in den vergangenen Jahren einige Millionen Euro in die Ausrüstung, vor allem aber in die Weiterbildung der „hochqualifizierten und -motivierten Mannschaft“ investiert. „Ein klasse Team“, wie der Werkleiter meint.

Von José Pinto

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