Edeka-Hessenring-Gruppe erhöht Marktanteil und Umsatz gegen den Branchentrend

Spitzenstellung ausgebaut

Hans-R. Schneeweiß

melsungen. Die Edeka-Hessenring-Gruppe ist gut durch das Krisenjahr 2009 gekommen, hat ihre Spitzenstellung im Lebensmitteleinzelhandel weiter ausgebaut und will auch 2010 moderat wachsen. „Wir haben die Krise kaum gespürt und erwarten auch in diesem Jahr keine bösen Überraschungen“, sagte der Vorstandssprecher des Handelsunternehmens, Hans-Richard Schneeweiß bei Vorlage der Zahlen. Allerdings sank derJahresüberschuss kräftig.

In den ersten fünf Monaten 2010 legte die Gruppe in ihrem angestammten Absatzgebiet Hessen, Südniedersachsen, Thüringen, Ostwestfalen sowie Teilen von Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt beim Umsatz um 1,8 Prozent auf 955,9 Millionen Euro zu. Ob Edeka-Hessenring dieses für die Lebensmittelbranche hohe Wachstum im Gesamtjahr halten kann, vermag Schneeweiß derzeit nicht zu sagen. Nach bereits sechs Preissenkungsrunden im hart umkämpften Lebenmittelmarkt seit Jahresbeginn rechnet er für die nahe Zukunft mit eher steigenden Verbraucherpreisen. Als Grund nannte Schneeweiß anziehende Rohstoffpreise etwa bei Milch und Fleisch.

Während der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland 2009 insgesamt 0,8 Prozent Umsatz verlor, legte die Edeka-Hessenring-Gruppe trotz gesunkener Preise und leicht rückläufiger Bevölkerungszahlen um 1,23 Prozent auf 1,875 Milliarden Euro zu. Gleichzeitig steigerten die Melsunger den Marktanteil in ihrem Absatzgebiet um 0,7 Punkte auf 27,3 Prozent und bauten ihre unangefochtene Spitzenstellung weiter aus. „Der Trend zum Discounter ist gestoppt,“ nannte Schneeweiß einen der Gründe für die gute Entwicklung bei Edeka. Hinzu komme, dass die Vollsortimenter im Niedrigpreissegment mittlerweile sehr stark präsent seien.

Allerdings bezahlte Edeka den Martanteilsgewinn teilweise mit Rendite. Denn der Jahresüberschuss sank um 25 Prozent auf 16,83 Mio. Euro. Schneeweiß begründet dies unter anderem mit geringeren Zinserträgen aus Finanzanlagen und steuerlichen Effekten, aber auch mit hohen, Rendite schmälernden Rabatten, die Edeka den größtenteils selbstständigen Händlern infolge des harten Preiskampfes eingeräumt hat. Schneeweiß bezeichnete die Ertragslage vor dem Hintergrund des „sehr anspruchvollen Jahres 2009“ als zufriedenstellend.

Kerngeschäftsfeld der Edeka-Hessenring-Gruppe ist das Großhandelsgeschäft mit den 600 Eigentümer-geführten Märkten sowie 100 eigenen, zumeist großen Verkaufseinrichtungen wie Herkules, Marktkauf und SB-Union.

Edeka-Hessenring beschäftigt unverändert 7500 Mitarbeiter, davon 1300 am Unternehmenssitz. Hinzu kommen nochmals rund 8000 Beschäftigte bei den aktuell 298 selbstständigen Kaufleuten, die die Hälfte der Genossenschaftsanteile von Edeka Hessenring halten.

Die andere Hälfte gehört der Edeka-Dachorganisiation in Hamburg, die wiederum den sieben Regionalgesellschaften und damit den bundesweit 4500 Genossen gehört. Mit einem Jahresumsatz von 42,1 Mrd. Euro, 12 000 Märkten und 290 000 Beschäftigten ist die Edeka-Gruppe die Nummer eins im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.

Von José Pinto

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