Der 1870 gegründete Großhändler Hackländer ist bundesweit und im Ausland aktiv - hohe Investitionen

Hackländer - Stahl-Spezialist mit Tradition

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Schwere Last: Hackländer arbeitet mit modernster Technik. Im Bild Volker Wenzel bei der Arbeit mit einem Stahllifterkran, der tonnenschwere Blechpakete transportiert.

Kassel/Kaufungen. Bei der Hackländer GmbH ist alles groß und schwer. Die mittlerweile elf Hallen im Stahllager Kaufungen (Kreis Kassel) erstrecken sich auf einer Fläche von sechs Bundesliga-taugli- chen Fußballplätzen.

Die 26 Krane können bis zu 25 Tonnen auf einmal heben. Die größten Stahlträger, mit denen Traditionsunternehmen sein Geld verdient, können bis zu 24 Meter lang und einen Meter hoch sein sowie acht Tonnen auf die Waage bringen. 484.000 Tonnen Stahl, Edelstahl und Aluminium in Form von Profilen, Trägern, Flachprodukten, Blechen und Rohren verkaufte der Kasseler Großhändler im Rekordjahr 2008. Das sind fast 20 000 Lkw-Ladungen. Das meiste davon wurde am Standort Kaufungen umgeschlagen.

Die Kunden sitzen im gesamten Bundesgebiet, aber auch in Polen, Österreich und Tschechien. Niederlassungen in Bad Salzuflen (Ostwestfalen), in Grevenbrück im Sauerland und in Körner in Thüringen, drei Vertriebsbüros sowie Außenlager im In- und Ausland helfen dem Stahlgrossisten, die Produkte zu den Kunden zu schaffen  – mit 36 eigenen Lkw oder mit Spediteuren. Abnehmer sind vor allem regionale und lokale Stahlhändler sowie Stahl-, Großanlagen-, Kraftwerks- und Brückenbauer, aber auch bekannte Hersteller von Windkraftanlagen. Eingekauft wird europaweit und zuweilen auch in Übersee.

Hackländer ist gut im Geschäft. Der Chef des unter dem Dach der Duisburger Spaeter-Gruppe (siehe Hintergrund) eigenständig agierenden Unternehmens, Hans-Hartwig Köther, sieht das Traditionshaus im Wettbewerb „ganz vorn“.

Allerdings blieb auch Hackländer nicht von der Wirtschaftskrise verschont. 2009 sank der Absatz um 20 Prozent auf 390 000 Tonnen. Der Gesamtmarkt verlor allerdings 30 Prozent. Der Umsatz brach infolge eines nie dagewesenen Preisverfalls sogar um 45 Prozent auf 225 Millionen Euro ein. „Aber wir haben ein positives Ergebnis erzielt“, sagt Köther. Die hohe Eigenkapitalquote sowie die gute Finanzausstattung habe Hackländer vor Schlimmerem bewahrt.

Die Krise hat das Unternehmen nicht davon abgehalten, seine ehrgeizigen Investitionspläne umzusetzen. 2008 und 2009 flossen 22,5 Mio Euro in neue Gebäude in Kaufungen, Anlagen und Fuhrpark. Derzeit ist Hackländer dabei, für drei Mio. Euro eine vollautomatische Säge-Bohr-Einheit aufzubauen. „Die ist bundesweit einmalig“, sagt Köther.

Mit solch modernen Anlagen tritt der Stahlgroßhändler zunehmend als Bearbeiter auf. Im Kundenauftrag wird auf Maß gesägt und geschnitten, gestanzt, gebohrt und sandgestrahlt. „Das macht uns unabhängiger vom reinen Handel“, sagt Köther.

2010 beurteilt er verhalten optimistisch. Zwar seien Preise und weltweite Nachfrage nach Stahlprodukten gestiegen, und auch im Inland gebe es seit März eine spürbare Konjunkturbelebung. „Aber wie nachhaltig diese Entwicklung ist, können wir noch nicht sagen“, so Köther. Immerhin hat Hackländer die 2009 eingeführte Kurzarbeit im März ausgesetzt.

Von José Pinto

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