Stahlchef fordert Schutz gegen Dumping-Importe aus China

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Stahl-Großmarkt in Shenyang in der chinesischen Provinz Liaoning:  Über den Sommer sind die Stahlpreise in Europa wegen der Einfuhren aus China massiv gesunken. Foto: Mark

Frankfurt/Main (dpa) - Der Präsident des Weltstahlverbandes, Wolfgang Eder, fordert angesichts massiv gestiegener Importe aus China und des rasanten Preisverfalls schnelle Einfuhrbeschränkungen der Europäischen Union.

"Anti-Dumping-Maßnahmen sind bei den derzeitigen globalen Rahmenbedingungen für die Stahlindustrie auch in Europa absolut unumgänglich", sagte der Chef des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt.

"Die EU muss jetzt vor allem schnell handeln, sonst werden wir mit Stahl aus anderen Regionen zugeschüttet", mahnte Eder. Das werde die Preise nur noch weiter unter Druck setzen.

Über den Sommer sind die Stahlpreise in Europa wegen der Einfuhren aus China massiv gesunken, viele europäische Hersteller sind deshalb erneut in die Verlustzone gerutscht. Die Branche wirft den Chinesen vor, mit staatlicher Hilfe ihren Stahl weit unter Herstellungs- und Transportkosten auf dem Weltmarkt zu verkaufen.

Schutzzölle seien aber keine dauerhafte Ideallösung, meinte Eder. Es sei dann mit Gegenmaßnahmen aus China oder anderen Herkunftsländern zu rechnen. "Letztlich wird man um eine Lösung des Problems der Überkapazitäten nicht herumkommen", sagte Eder. "Dafür könnten und müssen wir uns durch Einfuhrbeschränkungen entsprechende Zeit kaufen." Aber auch in Europa sieht Eder noch zu hohe Kapazitäten.

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