Viel Aktionärslob für scheidende SMA-Vorstände - drei Euro Dividende je Aktie

Starker Beifall für Gründer

Der alte und der neue Vorstandssprecher: Günther Cramer (links) schied gestern aus dem Vorstand aus. Sein Nachfolger ist Pierre-Pascal Urbon, der das Finanzressort verantwortet. Foto: dpa

kassel/Niestetal. Mit lang anhaltendem, kräftigem Beifall verabschiedeten die Aktionäre des Solartechnik-Herstellers SMA am Donnerstag in der Hauptversammlung in Kassel die beiden Mitbegründer des Unternehmens, Günther Cramer und Peter Drews, aus dem Vorstand. Sie legten wie angekündigt mit Ablauf der Versammlung ihre Mandate nieder und wechselten in den Aufsichtsrat, der Cramer noch am Nachmittag zum Vorsitzenden wählte. Cramers Posten als Vorstandssprecher übernimmt, wie berichtet, Finanzchef Pierre-Pascal-Urbon.

Zunächst hatte Cramer wie immer sachlich und professionell seinen Bericht gehalten. Doch am Ende, als er auf den Wechsel zu sprechen kam, war Wehmut zu spüren. Sichtlich gerührt sagte er: „SMA ist eines der besten Unternehmen überhaupt, weil seine Mitarbeiter so engagiert sind. Der direkte Kontakt zu ihnen wird uns fehlen.“

Aber er ließ Beschäftigte, Aktionäre und die Region wissen, dass der Wechsel kein Abschied ist. Im Aufsichtsrat werde man die strategische Entwicklung von SMA aktiv begleiten und weiter daran arbeiten, die Region zu einem Zentrum der Erneuerbaren Energien zu machen. „Wir bleiben der Fotovoltaik treu“, versprach er und zeigte sich überzeugt, dass der neue Vorstand SMA in eine erfolgreiche Zukunft führen werde

Die Chancen dafür stehen gut. Zwar erwartet das nordhessische Vorzeige-Unternehmen entgegen des bislang gewohnten Wachstums 2011 einen Umsatz- und Ergebnisrückgang, aber mittel- und langfristig sieht SMA hervorragende Wachstumsperspektiven - weltweit.

So war die Stimmung in der Hauptversammlung so wie das Wetter zu Beginn der Veranstaltung. Draußen schien die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel und drinnen feierten Vorstand, Aufsichtsrat und Aktionäre den sagenhaften Erfolg von SMA.

Selbst die sonst so kritischen Aktionärsschützer waren voll des Lobes für den Vorstand. Marc Tüngler von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz bedauerte gar: „Wir trennen uns nur ungern von Ihnen“ und fügte hinzu, dass er froh sei, dass Cramer und Drews ja nicht ganz gingen. Am Ende bedankte er sich, dass die Gründer den Mut hatten, SMA vor 30 Jahren aus der Taufe zu heben, worauf erneut starker Beifall aufbrandete.

Und der hatte handfeste Gründe. 2010 wurden Umsatz, Gewinn und Dividende mehr als verdoppelt. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um gut 2000 auf 5500. Der Umsatz verfehlte die Zwei-Milliarden-Euro Marke nur knapp, der Reingewinn lag bei 365 Mio. Euro. Das heißt, dass von einem Euro Umsatz unterm Strich 19 Cent blieben. Das ist auch im internationalen Industrievergleich ein Spitzenwert.

Drei Euro je Aktie schüttet SMA aus, insgesamt 104,1 Mio. Euro. Davon gehen fast 73,8 Mio. an die Firmengründer, deren Familien und drei Stiftungen, die gemeinsam nahezu 71 Prozent der 34,7 Mio. Aktien halten. Der Gut 29 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Von José Pinto

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