Stadt und Landkreis Kassel profitieren mit fast zehn Millionen Euro von der Sparkasse

Starkes Jahr trotz Krise

Kassel. Kosten gesenkt, Ertrag ausgebaut, Eigenkapital gestärkt, nach wie vor keine Belastungen durch die Finanzkrise und zehn Millionen Euro über Steuern und aus dem Überschuss an die Kommunen im Landkreis und die Stadt Kassel überwiesen.

Das sind die Eckpunkte des Geschäftsberichts der Kasseler Sparkasse für das Jahr 2009.

„Angesichts der Finanzkrise und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen war 2009 ein hervorragendes Geschäftsjahr“, sagte Dieter Mehlich, Vorstandsvorsitzender am Freitag. „Wer glaubt, der Schlamassel mit der Krise ist schon ausgestanden, der irrt.“

Deshalb wollen Mehlich und sein Team 2010 weiterhin eine konservative Risikopolitik beibehalten – das heißt: keine riskanten Finanzgeschäfte, aufgrund des Marktanteils von fast 50 Prozent bei den Firmenkrediten eine ordentliche Risikovorsorge und ein solides Eigenkapitalpolster. Mit dieser Geschäftspolitik stieg die Eigenkapitalquote von 18,9 auf 20,7 Prozent. Zum Vergleich: Die Mindestanforderung bei Geldinstituten liegt bei acht Prozent.

Da sich die Aktienmärkte 2009 erholten, gingen die Einlagen auf vier Mrd. Euro zurück. War es 2008 für die Kunden wichtig, mit ihrem Ersparten Risiken zu meiden und das Geld zu parken, stieg 2009 das Interesse an der Börse. Die Sparkassenkunden haben zu den vier Mrd. weitere 159 Mio. Euro in nicht bilanzwirksamen Wertpapiere angelegt.

Auch das Kreditvolumen ging leicht auf 2,76 Mrd. Euro zurück. Ein Grund sind die Baufinanzierungen. Neubaugeschäft gebe es derzeit fast nicht, stattdessen werde in Sanierung investiert. „Wir haben zwar viele Baufinanzierungen, aber die Volumen der Verträge sind deutlich kleiner“, sagte der stellvertretende Vorstand Ingo Buchholz.

Kredite wurden billiger

Dass die Sparkasse sich derart stark präsentieren kann, liegt auch an einen Anstieg des Provisionsüberschusses auf 28,7 Millionen Euro. Dieses Geld verdient sie mit der Vermittlung von Bausparverträgen, durch den Verkauf von Wertpapieren, durch das Immobiliengeschäft, aber auch Versicherungen. Gestiegen ist auch der Zinsüberschuss von 97,78 auf 103,9 Mio. Euro.

Um dieses Plus zu erwirtschaften, hat sie nicht die Konditionen zum Nachteil der Kunden geändert. „Das wäre bei dem Wettbewerb nicht möglich“ sagte Buchholz. Sondern sie profitierte von den unterschiedlichen Zinssätzen im Geschäft der Banken untereinander. Der Zinssatz für kurzfristiges Geld fiel um vier Prozent. Also: Um sich Geld für Kredite zu besorgen, musste die Sparkasse weniger zahlen.

Weniger Kosten für Kredite, mehr Einnahmen bei Provisionen und Einsparungen von 1,61 Mio. Euro bei den Verwaltungskosten ließen den Bilanzgewinn auf neun Mio. Euro steigen. Letztlich gab die Sparkasse nur 62,8 Cent aus, um einen dieser Euros zu verdienen.

Insgesamt zahlte die Sparkasse 12,2 Mio. Euro Steuern, knapp die Hälfte waren Gewerbesteuern, die anteilsmäßig auf die Stadt Kassel und die Kommunen im Kreis verteilt wurden. 4,5 Mio. Euro des Überschusses werden je zur Hälfte an die Träger der Sparkasse ausgeschüttet – an Stadt und Kreis Kassel.

Von Martina Wewetzer

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