K+S-Konzern will 2011 kräftig zulegen

Steiner: Gewinn steigt deutlich

Blickt zuversichtlich und gut gelaunt nach vorn: der K+S-Vorstandsvorsitzende Norbert Steiner. Foto: dpa

Kassel. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S erwartet für 2011 ein „moderates“ Umsatzplus und eine „deutliche Erhöhung beim Konzernergebnis“. Das teilte der einzige Dax-Konzern aus der Region am Donnerstag bei Vorlage der Zahlen für die vergangenen drei Quartal mit.

Begründet wird die positive Prognose vor allem mit „anhaltend attraktiven Preisen“ für Agrarprodukte sowie mit steigenden Absatzmengen. Vorstandschef Norbert Steiner betonte: „Auch für 2011 sind wir zuversichtlich, sowohl das operative Ergebnis als auch das Konzernergebnis nach Steuern deutlich steigern zu können“. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht

Gleichzeitig hat der weltweit viertgrößte Kali-Anbieter und Branchenprimus im Salzgeschäft die Prognose für das laufende Jahr angehoben. Demnach erwartet K+S einen Umsatz von 4,8 bis fünf (bisher 4,6 bis 4,8) Milliarden Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 630 bis 670 (bisher 550 bis 600) Millionen Euro.

Unterm Strich sollen als Reingewinn 375 bis 405 (bislang 330 bis 370) Mio. Euro in der Konzernkasse bleiben. Das wäre das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Im Ausnahmejahr 2008 hatte K+S vor allem infolge massiver Preissteigerungen für Agrarrohstoffe fast eine Mrd. Euro Reingewinn erzielt.

Dem Aktienkurs nutzte der insgesamt positive Ausblick nichts. K+S verloren bis zum Abend 2,63 Prozent auf 50,73 Euro. Die Anleger reagierten enttäuscht auf die vage Prognose für 2011. Allerdings hat das Papier in den vergangenen sechs Monaten um gut 40 Prozent zugelegt.

Grund dafür ist auch der anhaltende Übernahmekampf um den kanadischen Weltmarkführer Potash. Wie berichtet, will der britisch-australische Bergbauriese BHP Billiton die Kanadier für 28 Mrd. Euro kaufen. Diese Pläne befeuerten auch Übernahmespekulationen um K+S, was den Kurs in die Höhe trieb.

Gleichwohl liefen die Geschäfte in den ersten neun Monaten dieses Jahres besser als erwartet. Der Umsatz legte um 45 Prozent auf 3,65 Mrd. Euro zu. Allerdings geht gut die Hälfte des Zuwachses auf das Konto der US-Salztocher Mortin Salt, die in diesem Jahr erstmals voll in die K+S-Bilanz einbezogen wird. Ohne sie hätte das Umsatzplus bei rund 20 Prozent gelegen.

Das Ebit kletterte von gut 200 auf 531 Mio. Euro. Damit liegt die Ebit-Marge bei 14,55 Prozent. Das heißt, dass von einem Euro Umsatz vor Steuern und Zinsen auf Kredite 14,55 Cent übrig bleiben. Dieser Wert ist auch branchenübergreifend sehr gut. In der Autoindustrie wären solche Margen geradezu traumhaft. Zum Vergleich: Volkswagen bringt es derzeit auf knapp sechs Prozent, was für den Sektor nicht schlecht ist.

Der K+S-Reingewinn vervierfachte sich auf 325,4 Mio. Euro. Je Aktie ergibt sich somit ein Ergebnis von 1,64 Euro nach 46 Cent im Vorjahr.

K+S beschäftigt weltweit 15 255 Mitarbeiter, davon 10 000 im Inland und davon wiederum 4500 in Hessen sowie 1400 in Niedersachsen. Allein am Konzernsitz Kassel arbeiten 700 Menschen für K+S.

Von José Pinto

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