Steuer-CD: Staatsanwälte werten erste Daten aus

Bochum - Der Fiskus kann nach dem erneuten Ankauf einer CD mit gestohlenen Daten deutscher Bankkunden in der Schweiz mit enormen Einnahmen aus der Nachforderung hinterzogener Steuern rechnen.

Die von Nordrhein-Westfalen angekaufte CD mit Kundendaten der Großbank UBS enthält Angaben zu rund 750 Stiftungen und 550 weiteren Fällen mit einem Anlagevolumen von mehr als 3,5 Milliarden Schweizer Franken (rund 2,9 Milliarden Euro), sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum am Dienstag. In 135 Fällen sei bereits vor den Ermittlungen Selbstanzeige erstattet worden. Die Ermittler hätten „massive Steuerbetrügereien“ aufgedeckt, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“.

Erste Daten der CD haben die Bochumer Staatsanwälte bereits ausgewertet. 115 Stiftungen betreffende Fälle seien bislang untersucht worden, sagte der Sprecher. Dabei deckten die Ermittler Steuerhinterziehungen in Höhe von 204 Millionen Euro auf. Strafrechtlich verfolgt werden können Kunden noch für Betrügereien in Höhe von 130 Millionen Euro. Die in den vergangenen Wochen von Staatsanwälten und rund 80 Steuerfahndern untersuchten Fälle betreffen Kunden aus Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.

Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen Jahren mehrfach CDs mit Daten deutscher Bankkunden in der Schweiz angekauft, um Steuerhinterziehern auf die Schliche zu kommen. Der Ankauf solcher gestohlener Daten ist jedoch höchst umstritten.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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