Steuerplus 2010 stärker als erwartet

Berlin - Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden sind im vergangenen Jahr in Folge des Konjunkturbooms stärker gestiegen als erwartet. Sie lagen um 3,9 Milliarden Euro über der Schätzung vom November.

Das Bundesfinanzministerium bestätigte am Dienstag Angaben der “Rheinische Post“. Nach Angaben des Ministeriums stiegen die Steuereinnahmen 2010 gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent auf knapp 488,73 Milliarden Euro. Die Einnahmen des Bundes gingen hingegen um ein Prozent auf 225,81 Milliarden Euro zurück. Das Minus fiel allerdings geringer aus als noch im November befürchtet. Die Länder verbuchten mit rund 210 Milliarden Euro ein Plus 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit mehr als erwartet. Der Gemeindeanteil an der Umsatz- und Einkommensteuer sank innerhalb eines Jahres um 2,6 Prozent auf 28,5 Milliarden Euro. Allein im Dezember nahmen die Steuereinnahmen insgesamt (ohne reine Gemeindesteuern) im Vorjahresvergleich um 4,8 Prozent zu.

Die Einnahmen aus der Lohnsteuer sind im Dezember allerdings um 3,8 Prozent gesunken. Der Rückgang ist zum großen Teil auf die Anhebung der Kindergeldbeträge zurückzuführen. Die Steuern vom Ertrag wiesen im Dezember mit einem Plus von 24,2 Prozent einen sehr starken Einnahmenzuwachs auf. Da zu Jahresende überwiegend kleine und mittlere Kapitalgesellschaften ausschütten - die großen tun dies überwiegend im Frühjahr -, deute dies auf eine erheblich verbesserte Gewinnsituation der Firmen hin, hieß es. Das Körperschaftsteueraufkommen stieg im Dezember um rund zwei Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2010 haben sich die Einnahmen mit einem Plus von fast 68 Prozent im Zuge des kräftigen Wirtschaftsaufschwungs wieder deutlich erholt.

Die Umsatzsteuer erhöhte sich im Dezember um 2,4 Prozent. Dafür war der lebhafte Außenhandel verantwortlich. Dagegen sank die Binnenumsatzsteuer um 5,4 Prozent. Dies lässt auf eine unerwartet mäßige Konsumnachfrage schließen. Die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge sank im Dezember um 9,2 Prozent. Der Rückgang fiel laut Finanzministerium aber weitaus niedriger aus als in den Vormonaten. Aufgrund der stark gesunkenen Durchschnittsverzinsung sei das Aufkommen im Gesamtjahr jedoch um fast ein Drittel zurückgegangen, hieß es.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.