Unseriöse Angebote vor allem in südlichen Urlaubsregionen

Stiftung Warentest warnt: Fallen bei Tanken von Mietautos

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Köln/Berlin. Ob im Inland oder auf Auslandsreisen wer einen Mietwagen bucht, sollte sich bei der Auswahl des Anbieters nicht allein vom Tagestarif leiten lassen. Denn unterschiedliche Versicherungsbedingungen und nachteilige Tankregelungen können weitere Kosten verursachen.

Mit der Option "voller Tank bei Abholung, leerer Tank bei Rückgabe" zahlen Mieter meist drauf, sagt Marion Weitemeier von der Stiftung Warentest in Berlin.

Ein Blick auf die Tankregelungen sei bei Anbietern in wettbewerbsstarken Regionen ratsam etwa im Mittelmeerraum, warnt Frieder Bechtel, Sprecher des Mietwagen-Vergleichsportals billiger-mietwagen.de in Köln. Autovermieter gehen immer öfter so vor: Der Mieter muss die erste Tankfüllung beim Abholen bezahlen und soll das Auto mit leerem Tank zurückgeben. Da kaum ein Mieter riskiert, mit leerem Tank liegen zu bleiben, ist das Unternehmen hier doppelt im Vorteil, kritisiert Weitemeier.

Bechtel beobachtet die zwingende "voll-leer"-Tankregel vor allem bei Anbietern auf den Balearen, in Portugal, Spanien, Italien, Zypern, Griechenland sowie in Großbritannien und Irland. Unter dem hohen Konkurrenzdruck wählten einige Vermieter kreative Preismodelle, "um in Vergleichsportalen mit dem augenscheinlich günstigeren Grundpreis ein besseres Ranking zu erzielen." Durch die mit der "voll-leer"-Klausel verbundenen Servicegebühren kehren die Anbieter den vermeintlichen Preisvorteil jedoch zu ihren Gunsten um. "Dreißig bis vierzig Euro Servicegebühr plus Sprit schlagen bei einem Fiat Panda leicht mit 80 Euro zu Buche. Selbst betankt hätte man ihn für 30 Euro", sagt Bechtel.

Verbraucherfreundlich sei die hierzulande verbreitete "voll-voll"-Regel, urteilen Weitemeier, Bechtel und der ADAC einhellig. Das Fahrzeug wird mit vollem Tank übergeben und kommt vollbetankt zurück. "Das ist bei Qualitätsanbietern immer die Regel und sollte bei allen Mietwagenanbietern wieder Standard werden", fordert ADAC-Sprecherin Andrea Piechotta.

Auffällig: Bei jenen Vermietungen, die Kunden zur Abnahme einer teuren Tankfüllung nötigen, registriert das Vermittlungsportal billiger-mietwagen.de deutlich mehr Kundenbeschwerden hinsichtlich Service und Flottenzustand. Das lässt auf insgesamt weniger seriöse Geschäftsmodelle schließen, sagt Bechtel.

Nicht zu verwechseln sind diese fragwürdigen Modelle mit der optionalen Wiederbetankung als Serviceleistung, stellt Bechtel klar. Wer in Eile ist und vor der Abreise nich nach einer Tankstelle suchen möchte, könne diesen Service durchaus schätzen.

Autovermieter Hertz bietet solch eine "Fuel Purchase Option" als Dienstleistung an. Aber: Die Kosten für den nicht verbrauchten Kraftstoff werden allerdings nicht erstattet, sagt Hertz-Sprecher Bastian Krampen. Standard ist bei Hertz weltweit aber das Modell "voll-voll". (dpa)

Hintergrund: Darauf sollten Verbraucher achten

Für mehr Transparenz bei der Mietwagenbuchung empfiehlt die Stiftung Warentest Vergleichsportale im Internet, die möglichst viele Filtermöglichkeiten bieten. Dazu gehörten zum Beispiel mietwagen-check.de, ihrmietwagen.de oder billiger-mietwagen.de. Hier lassen sich neben Versicherungsbedingungen auch die Tankoptionen individuell anpassen.

Zu harschen Maßnahmen, von denen Frieder Bechtel, Sprecher des Mietwagen-Vergleichsportals billiger-mietwagen.de in Köln erzählt, muss der Mieter dann hoffentlich nicht greifen: Ein Mittelmeerurlauber habe sich über die versteckte "voll-leer"-Regel seines Vermieters derart geärgert, dass er die Vereinbarung wörtlich nahm und ihm einen Denkzettel verpasste.

Die Fahrzeugrückgabe war auf dem Hotelparkplatz vereinbart. Dort pumpte der erzürnte Urlauber den letzten Tropfen aus dem Tank des Benziners - Weiterfahrt ausgeschlossen. (dpa)

Sprit über Ostern billiger als im Vorjahr

So sicher wie der Stau auf der Autobahn war lange Zeit auch ein drastischer Anstieg der Spritpreise zu den Feiertagen. Auch in diesem Jahr zogen die Preise geringfügig an, allerdings sind nach Angaben des Auto Club Europa (ACE) keine großen Sprünge zu beobachten. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Liter Super-Benzin sogar billiger geworden: In dieser Woche kostete er laut ACE im bundesweiten Durchschnitt 1,56 Euro - etwa sechs Cent weniger als 2013.

Preise: Am Karfreitag kostete ein Liter Super in Kassel zwischen 1,54 und 1,60 Euro, für einen Liter Diesel mussten zwischen 1,34 und 1,40 Euro bezahlt werden. In Göttingen waren es 1,54 bis 1,62 Euro (Super E 5) und 1,35 bis 1,43 Euro (Diesel).

Vergleich:  Seit September vergangenen Jahres können Autofahrer über das Internet in Echtzeit die Preise der verschiedenen Tankstellen vergleichen. Die meisten der 14.500 Tankstellen in Deutschland übermitteln in kurzen Takten die Preisänderungen für Super E5, E10 und Diesel an das Bundeskartellamt, die Behörde leitet sie kostenlos und inhaltlich unverändert an Verbraucherportale weiter. Abzurufen sind die Preise unter anderem über www.clever-tanken.de, www.spritpreismonitor.de, www.mehr-tanken.de oder www.adac.de

Tageszeit: Nach Marktbeobachtungen des Portals Clever Tanken ist Benzin zwischen 17 und 19 Uhr am günstigsten. Über den Nachmittag fällt der Preis zuvor kontiniuierlich. Im Laufe des späteren Abends ziehen die Preise schnell bis auf das Niveau vom frühen Morgen an. Das gelte aber nicht grundsätzlich für alle Tankstellen. (kle)

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