Chiphersteller AMD tief in den roten Zahlen

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AMD plant, rund 15 Prozent seiner Arbeitsplätze abzubauen.

Sunnyvale - Der Chip-Konzern AMD kann sich nicht gegen die Flaute im PC-Geschäft stemmen und greift zum Stellenabbau. Die Streichungen fallen zwar geringer aus als befürchtet - doch weitere Umbaumaßnahmen sollen folgen.

Der zweitgrößte Computerchip-Hersteller AMD streicht nach einem Geschäftseinbruch und abermals tiefroten Zahlen rund jeden sechsten Job. Der Umsatz sackte im dritten Quartal im Jahresvergleich um ein Viertel auf 1,27 Milliarden Dollar ab. Es gab einen Verlust von 157 Millionen Dollar nach 97 Millionen Dollar Gewinn vor einem Jahr. Jetzt sollen 15 Prozent der Arbeitsplätze abgebaut werden, kündigte das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Donnerstag an. AMD hatte zuletzt rund 11 000 Beschäftigte.

Damit fällt der Stellenabbau doch etwas geringer aus als zuletzt spekuliert. In US-Medienberichten waren am Wochenende Größenordnungen zwischen 20 und 30 Prozent genannt worden. Allerdings ist auch noch nicht Schluss: Im ersten Halbjahr 2013 werde es weitere Schritte zur Umstrukturierung geben, kündigte AMD an. Er könne eine „erhebliche“ finanzielle Belastung mit sich bringen - ein Zeichen dafür, dass es sich um eine radikale Aktion handeln könnte.

Der aktuelle Stellenabbau werde die Bilanz zunächst mit 80 Millionen Dollar belasten, teilte AMD mit. Die Einsparungen sollen im laufenden Quartal bei 20 Millionen Dollar liegen und bei 190 Millionen im kommenden Jahr.

Die Prognose für das laufende Quartal fiel wenig erfreulich aus. AMD rechnet mit einem Umsatzrückgang im Vergleich zum vergangenen Vierteljahr um neun Prozent, mit einem Schwankungsbreite von vier Prozentpunkten mehr oder weniger.

Dem Chip-Konzern macht die Flaute im PC-Geschäft schwer zu schaffen. Auch der große Rivale Intel legte zuletzt schwächere Zahlen vor. Er kommt mit seinem Marktanteil von rund 80 Prozent aber deutlich besser durch die Durststrecke als AMD, wo es schon länger kriselt. Der PC-Absatz war im dritten Quartal um mehr als acht Prozent gesunken, während das Geschäft mit Smartphones und Tablets boomt. In ihnen kommen aber so gut wie keine Prozessoren von Intel oder AMD zum Einsatz. Der Markt wird stattdessen von Chips auf Basis der Architektur des britischen Chip-Entwicklers ARM beherrscht.

dpa

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