Streik: Nun drohen auch die Flugbegleiter

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Nach den Piloten drohen der Lufthansa nun auch die Flugbegleiter mit Streik.

Frankfurt/Main - Der Lufthansa droht ein Arbeitskampf mit einer weiteren Berufsgruppe. Die rund 16 000 Flugbegleiter bestehen auf eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen.

Am ersten Tag des bislang größten Pilotenstreiks drohte die Gewerkschaft “Unabhängige Flugbegleiter Organisation“ (UFO) mit Warnstreiks, falls die Lufthansa nicht umgehend Verhandlungen zu dem gekündigten Tarifvertrag für rund 16 000 Flugbegleiter aufnehme.

Lufthansa-Streik: Das müssen Passagiere jetzt wissen

Flugausfälle, Verspätungen, lange Schlangen: Was Passagiere zum Pilotenstreik wissen sollten. © dpa
1.) Wann genau wird gestreikt? Begonnen hat der Ausstand der Piloten in der Nacht zum Montag, 22. Februar, um 00.00 Uhr. Beendet sein soll er nach Ankündigung von Cockpit erst am späten Donnerstagabend, 25. Februar, um 23.59 Uhr. © dpa
2.) Welche Ausmaße hat der Pilotenstreik? Die Lufthansa hat die Streichung von zwei Dritteln ihrer Flüge in dem betreffenden Zeitraum angekündigt. Von den täglich rund 1.800 Flügen starten also nur 600. © dpa
Auch Auswirkungen auf andere Länder waren schon am Montag zumindest in geringen Umfang spürbar - schließlich sind die Airports in München und Frankfurt am Main wichtige internationale Drehkreuze. © dpa
3.) Wer streikt? Aufgerufen sind 4.000 der 4.500 Piloten und Co-Piloten in Passagier- und Frachtmaschinen bei der Lufthansa sowie ihrer Tochter Germanwings. Wie viele Piloten jeweils tatsächlich streiken, ist offen. © dpa
Weil die Vereinigung Cockpit bei den Beschäftigten des Lufthansa-Kernkonzerns einen hohen Organisationsgrad hat, wurde jedenfalls eine hohe Streikbeteiligung erwartet. © dpa
4.) Was wollen die Piloten mit ihrem Streik erreichen? Sie wollen vor allem ihre gut bezahlten Arbeitsplätze im Lufthansa-Konzern schützen. Nach Darstellung der Gewerkschaft werden diese zunehmend in billigere Gesellschaften verlagert. © dpa
Ursprünglich wollten die Piloten zudem 6,4 Prozent mehr Gehalt - bei einem Stopp der Auslagerung ihrer Jobs wären die Piloten aber wohl zu einer Nullrunde bereit. © dpa
5.) Welche Rechte hat ein Passagier bei Verspätungen? Laut der EU-Fluggastrechte-Verordnung können Fluggäste schon bei kürzeren Verspätungen auf Rechte pochen. © dpa
Bei Abflugverzögerungen von zwei Stunden bei Kurzstrecken, drei Stunden bei Mittelstrecken und vier Stunden bei Langstrecken muss auf Wunsch “für das leibliche und kommunikative Wohl“ des Fluggastes gesorgt werden, wie die Verbraucherzentralen betonen. © dpa
Im Klartext: Passagiere haben dann Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Faxe oder E-Mails sowie - falls nötig - Hotelübernachtungen inklusive Transfer. Wer seine Reise nicht mehr antreten will, kann bei einer mindestens fünfstündigen Flugverspätung sein Geld zurückverlangen. © dpa
6.) Was, wenn der Flug gestrichen wird? Wer am Flughafen erfährt, dass seine Verbindung gestrichen ist, hat die Wahl, den Ticketpreis erstattet zu bekommen oder sich mit einem Ersatzflug zum Ziel bringen zu lassen. © dpa
Die Fluggesellschaft muss dann eine alternative Beförderung unter gleichen Reisebedingungen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt ermöglichen. Gegen Schadenersatz- oder Ausgleichszahlungen wehren sich die Fluggesellschaften in der Regel und verweisen oft auf die außergewöhnlichen Umstände - auch bei Streiks. © dpa
7.) Was sollten Passagiere noch tun? Sich bei einer Flugannullierung den konkreten Grund am Flughafen schriftlich bestätigen lassen. Damit können sie ihre Rechtsposition unter Umständen verbessern, falls es später vor Gericht geht. Wer sich offiziell beschweren will, muss sich dazu an das Luftfahrt-Bundesamt wenden. © dpa

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Die Gewerkschaft verlangt nach Angaben vom Montag vor allem Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Die Gehälter sollten um einen reallohnerhaltenden Festbetrag erhöht werden. Die Lufthansa habe bislang keine Gespräche zu den Ende Februar auslaufenden Tarifen angeboten. Die Streikziele der Piloten zur Arbeitsplatzsicherung seien auf “jeden Fall richtig“, sagte der UFO-Tarifexperte Joachim Müller.

Auch in der Kabine kämpfe man mit ähnlichen Problemen der “schleichenden Verlagerung von Arbeitsplätzen“. “Da wird ein neuer Hub in Zürich aufgemacht, und der wächst und wächst und irgendwann fehlen uns hier die Arbeitsplätze.“

Für die Stewards und Stewardessen sollten endlich feste Arbeitszeiten von höchstens 40 Wochenstunden festgelegt werden, verlangte UFO. Auch die Lohnfortzahlung bei Urlaub und Krankheit müsse verbessert werden. Besondere Kritik richtet sich gegen monatliche “Corporate Identity“- Seminare, an denen die Flugbegleiter in ihrer Freizeit teilnehmen müssten. “Das ist der reinste Psycho-Quatsch. (...) Viele Kollegen würden viel lieber fliegen gehen, als diese Veranstaltungen abzusitzen“, sagte Müller.

dpa

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