Druck auf Fluggesellschaft erhöht

Streiks bei Ryanair: Zahlreiche Flugausfälle in Deutschland

Die deutschen Ryanair-Mitarbeiter streikten am Mittwoch - zahlreiche Flüge fielen aus.

Am Mittwoch sorgte ein Streik der Ryanair-Mitarbeiter für zahlreiche Flugausfälle. Verdi erhöhte damit den Druck auf die Fluggesellschaft, die den Streik als unnötig bezeichnete.

München - Mit einem 24-stündigen Streik haben Piloten und Flugbegleiter in Deutschland am Mittwoch den Druck auf die irische Billigfluggesellschaft Ryanair erhöht. Der Ausstand begann in den frühen Morgenstunden um 03.01 Uhr, Ryanair strich 150 der etwa 400 geplanten Verbindungen von und nach Deutschland. Der Streik endet offiziell Donnerstagnacht um 2.59 Uhr. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi äußerte die Hoffnung auf eine "deutliche Wirkung" dieser Arbeitsniederlegungen - Ryanair-Chef Michael O'Leary kündigte allerdings an, die Airline werde ihren Kurs nicht ändern.

Zum Streik aufgerufen hatten die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und Verdi. Sie fordern für die Piloten und Flugbegleiter bessere Arbeitsbedingungen sowie mehr Gehalt. Verhandlungen zwischen den Tarifparteien brachten in den vergangenen Wochen keine Einigung. 

Verdi kritisiert geringes Gehalt und „schlechte Arbeitsbedingungen“

Die derzeitigen Gehälter der Ryanair-Flugbegleiter bezeichnete Verdi als "so niedrig, dass sie nicht ausreichen, um einen auskömmlichen Lebensstandard zu sichern". Hinzu kämen "schlechte Arbeitsbedingungen und ein massiver Druck auf die Beschäftigten".

"Wir hoffen, dass dieser Warnstreik deutliche Wirkung zeigt", sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann am Mittwochmorgen am Flughafen Berlin-Schönefeld. Zugleich erwarte er, dass Ryanair "sieht, dass die Beschäftigten nicht länger diese miesen Arbeitsbedingungen und schlechten Entgelte hinzunehmen bereit sind".

Splanemann äußerte die Hoffnung, dass der Streik "der erste Schritt" hin zu einem Tarifvertrag sein könnte. Ryanair scheue sich bislang "wie der Teufel vor dem Weihwasser, deutsches Arbeitsrecht anzuerkennen". Nun seien die Flugbegleiter erstmals bereit, trotz der Drohungen durch das Unternehmen dagegen aufzubegehren.

Ryanair droht mit Stellenabbau in Deutschland

Ryanair bezeichnete die Streiks bereits im Vorfeld als unnötig und verwies auf laufende Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Zudem drohte der irische Billigflieger am Dienstag mit einem Stellenabbau in Deutschland, sollte es weitere Arbeitskampfmaßnahmen geben.

Das Unternehmen sei noch "nicht angekommen in unserem System der Sozialpartnerschaft", sagte Splanemann. Bei der Airline, die sich erst im vergangenen Jahr bereit erklärt hatte, Gewerkschaften überhaupt anzuerkennen, müsse sich "die Unternehmensphilosophie ändern".

Ryanair-Chef O'Leary ließ dazu am Mittwoch aber wenig Bereitschaft erkennen: "Wie sind nicht Easyjet, wir drehen uns nicht jedes Mal um, wenn wir mit einem Streik bedroht werden", sagte er in London. Zwar wolle Ryanair keine Streiks, doch hätten diese nur "minimale" Auswirkungen und seien generell erfolglos.

Was Flugreisende im Zusammenhang mit den Streiks bei Ryanair wissen müssen, lesen Sie hier.

afp

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

RyanairVerdi