Streit bei Conti um geplante Anhebung der Aufsichtsratsbezüge

Hannover. Die heftige Debatte über die Höhe der Bezüge von Managern und Aufsichtsräten hat den Autozulieferer Continental erreicht. Bei der Hauptversammlung am Freitag in Hannover wurde darüber diskutiert.

Denn einige Aktionärsvertreter richteten die Frage an die Konzernspitze, ob die geplante Anhebung der Vergütung für die Aufsichtsräte nicht falsche Signale setze.

 Der Chef des Kontrollgremiums, Wolfgang Reitzle, verteidigte die Vorschläge gegen Kritik, die vor allem von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kam: „Wir meinen, dass die Höhe akzeptabel ist. Wir haben die Angemessenheit auch von einem renommierten externen Berater prüfen lassen.“ Vorstand und Aufsichtsrat hatten der Hauptversammlung empfohlen, für jedes Aufsichtsratsmitglied unter anderem die feste jährliche Vergütung von bisher 40.000 auf künftig 75.000 Euro anzuheben.

Hinzu kommen - wie beim Vorstand - variable Bestandteile. Bei der geplanten Höhe könne es in den kommenden Jahren bleiben, sagte Reitzle: „Für eine erneute Anpassung in naher Zukunft sehen wir keinen Anlass.“ „Wir tun uns damit schwer“, hieß es dagegen aus der DSW. Man werde dem Vorschlag „trotz großer Bedenken“ dennoch zustimmen. „Aber übertreiben Sie es mit der Vergütung bitte nicht“, warnte ein Anlegervertreter. „Das darf kein Einstieg in neue Erhöhungsrunden sein.“

Die Aktionäre wollten am Nachmittag über die Frage abstimmen. Reitzle argumentierte, das neue Vergütungssystem hätte im vergangenen Jahr wegen der separaten Regeln für die variablen Bestandteile sogar Einbußen für die Aufsichtsräte gebracht. Von einer automatischen, pauschalen Erhöhung könne man daher nicht sprechen.

Der Conti-Vorstand verdiente im vergangenen Geschäftsjahr angesichts des Rekordergebnisses von 1,242 Milliarden Euro mehr als 2010. Die achtköpfige Führungsriege strich 15,5 Millionen Euro an fixen und variablen Bezügen ein - 2010 waren es 15,1 Millionen. Die Gesamtvergütung der Aufsichtsräte wuchs im Verhältnis deutlich stärker von 1,358 auf 2,396 Millionen Euro.

Beim Autobauer VW hatten die hohen Gehälter für das Top-Management zuletzt für Kritik gesorgt. 2011 erhielt der aus acht Mitgliedern bestehende Vorstand mehr als 70 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Allein Konzernchef Martin Winterkorn bekam 17,4 Millionen, den Großteil allerdings als erfolgsabhängige Komponente. (dpa)

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