Für Stromabschaltung gibt's eine Geldprämie

Berlin - Große Energieverbraucher in der Industrie sollen künftig Geld bekommen, wenn ihnen im Notfall der Strom abgestellt werden kann. Zahlen sollen diese Prämie die Bürger.

Das sieht eine vom Bundeswirtschaftsministerium erarbeitete “Abschaltverordnung“ vor, wie die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstag) berichtet.

Für die Bereitschaft, im Falle von Engpässen kürzerzutreten, soll es ein Entgelt von höchstens 60 000 Euro je Abnehmer und Jahr geben. Die Kosten würden auf das Netzentgelt umgelegt, das die Bürger über den Strompreis zahlen. Die Maßnahme soll dazu dienen, die Netzstabilität angesichts von Atomausstieg und einer schwankenden Versorgung mit Solar- und Windenergie zu sichern. Da nur wenige Großverbraucher dafür in Frage kommen, dürften die Mehrkosten nach Schätzung der Regierung den Betrag von 102 Millionen Euro im Jahr nicht übersteigen, hieß es.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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In Deutschland sind 17 Atomkraftwerke in Betrieb (Gesamtleistung 20 490 Megawatt) © dpa
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In Bayern stehen insgesamt fünf AKW: Hier das Atomkraftwerk in Gundremmingen. © dpa
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Hier die beiden Atomkraftwerke Isar 1 und 2 nahe Essenbach in Niederbayern. Der Reaktor Isar 1 steht seit Jahren in der Kritik. © dpa
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Hier das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld bei Schweinfurt in Bayern. © dpa
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In Hessen stehen die beiden seit Jahren umstrittenen Atomkraftwerke Biblis A und Biblis B. Biblis A wurde im Jahr 1974 in Betrieb genommen und ist der älteste noch genutzte Reaktor. © dpa
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Niedersachsen zählt insgesamt drei Atomkraftwerke: hier das AKW in Grohnde an der Weser. © dpa
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Hier das Kernkraftwerk Emsland nahe Lingen in Niedersachsen. © dpa
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Das Kernkraftwerk Unterweser nahe Rodenkirchen in Niedersachsen. © dpa
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In Schleswig-Holstein sind insgesamt drei AKW am Netz. Hier das Kernkraftwerk Brokdorf. © dpa
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Hier das AKW Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. © dpa
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Das Kernkraftwerk in Krümmel (Schleswig-Holstein). © dpa
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In Baden-Württemberg sind insgesamt vier AKW am Netz. Hier die besonders umstrittenen Kraftwerke Neckarwestheim 1 und 2. © dpa
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Hier die Kraftwerke Philippsburg 1 und Philippsburg 2 in Baden-Württemberg. © dpa
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In Europa sind derzeit 195 Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 170 Gigawatt am Netz (Stand Januar 2011). © dpa
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In Belgien sind sieben Atomkraftwerke in Betrieb (5 926 Megawatt) © dpa
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Finnland betreibt vier AKW (2 716 MW) © dpa
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In Frankreich sind 58 AKW in Betrieb mit einer Gesamtleistung von 63 130 MW (hier der Standort Cattenom) © dpa
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In Großbritannien gibt es 19 AKW (10 137 MW) © dpa
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Die Niederlande betreiben nur ein Atomkraftwerk (487 MW) © dpa
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32 Atomkraftwerke stehen in Russland (22 693 MW) © dpa
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In der Schweiz sind fünf AKW am Netz mit einer Gesamtleistung von 3 238 MW (hier der Standort Leibstadt) © dpa
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Vier Atomkraftwerke stehen in der Slowakei (1 792 MW) © dpa
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Nur ein Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 666 MW ist in Slowenien in Betrieb. © dpa
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In Bulgarien gibt es zwei AKW (1 906 MW) © dpa
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Acht Atomkraftwerke sind in Spanien am Netz (7 516 MW, hier Asco) © dpa
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In Tschechien werden sechs AKW betrieben (3 678 MW) © dpa
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Ungarn zählt vier Kraftwerke (1 889 MW) © dpa
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In der Ukraine sind 15 AKW mit einer Gesamtleistung von 13 107 MW am Netz (hier Tschernobyl, bei dem sich im Jahr 1986 ein Super-GAU ereignete) © dpa
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In Rumänien stehen zwei Atomkraftwerke (Gesamtleistung 1 300 MW) © dpa
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In Schweden sind zehn AKW am Netz (9 303 MW, hier der Standort Oskarshamm) © dpa

Seit der Abschaltung von acht Atomkraftwerken und der zunehmenden Einspeisung von Sonnen- und Windstrom, dessen Verfügbarkeit schwankt, hatte es Warnungen vor zu starken Belastungen für das Netz gegeben. Es fehlen noch mehrere tausend Kilometer an Höchstspannungsleitungen, um das Netz fit zu machen für die Energiewende. Die Industrie ist nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen mit einem Verbrauch von mehr als 40 Prozent größter Stromverbraucher, daher kommt ihr bei einem flexibleren Netzmanagement eine hohe Bedeutung

Die Anti-Atom-Organisation “ausgestrahlt“ begrüßte die Pläne für Abschaltprämien. So müsse der Kraftwerkspark im Zuge der Energiewende nicht unnötig aufgebläht werden. “In Frankreich wird dies schon seit Jahren praktiziert und ist für die dortige Industrie kein Problem“, sagte Sprecher Jochen Stay. “Dass die Aluminiumschmelze Trimet bereits einen solchen Vertrag mit dem Netzbetreiber 50 Hertz abgeschlossen hat, zeigt, dass dies auch für Großverbraucher hierzulande machbar und ökonomisch sinnvoll sein kann“, betonte Stay.

dpa

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