Weiterer Schritt zur Energiewende

Stromtrassen-Verlauf wird im Sommer konkret

Bonn - Die Umsetzung der Energiewende geht einen Schritt voran. Wenn im Juni auch der Bundesrat dem Gesetz zum Bau der Stromtrassen zustimmt, können die Bauanträge eingereicht werden.

Die öffentliche Debatte über den Verlauf der künftigen Stromtrassen wird mit Nennung der Standorte in der zweiten Jahreshälfte Fahrt aufnehmen. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann geht davon aus, dass nach der Anfang Juni geplanten Verabschiedung des Bundesbedarfsplanungsgesetzes für die Stromnetze durch den Bundesrat die konkreten Planungs- und Genehmigungsverfahren beginnen. „Wir rechnen ab Mitte des Jahres damit, dass dann die ersten Bauanträge der Netzbetreiber bei uns eingehen“, sagte Homann am Montag bei Vorlage des Jahresberichts seiner Behörde in Bonn.

Der Ausbau der Übertragungsnetze ist ein zentrales Element der Energiewende. Für den Transport von Windstrom sind drei große Stromautobahnen geplant, über die Energie vom Norden in den Süden sichergestellt werden soll. Zudem sollen 2900 Kilometer bestehender Leitungen ausgebaut werden. Da ist Streit mit Umweltverbänden und den betroffenen Anwohnern programmiert. Die Bundesnetzagentur, der die Planung bei allen Länderübergreifenden Projekten übertragen wurde, sieht sich für die Aufgabe gut gerüstet. Zentrales Anliegen bleibe dabei auch weiterhin ein Höchstmaß an Transparenz und Bürgerbeteiligung, sagte Homann.

Fortgesetzt hat die Agentur die Liberalisierung des Strommarktes. Verstärkt nähmen die Kunden die Möglichkeit des Anbieterwechseln in Anspruch. 2011 hätten 3,8 Millionen Verbraucher den Stromlieferanten gewechselt, 27 Prozent mehr als im Jahr zuvor, sagte Homann. Knapp 40 Prozent der Haushaltskunden verharrten aber weiterhin in der Grundversorgung. „Diese ist die teuerste Versorgungsart“, sagte Homann. Alle Verbraucher sollten daher prüfen, ob nicht günstigere Angebote verfügbar seien. Diese müssten allerdings genau geprüft werden. Bei Vorauskasse und hohen Boniversprechen müsse äußerste Vorsicht gelten, wie zuletzt der Fall des Anbieters Flexstrom gezeigt habe, der Insolvenz angemeldet hat.

dpa

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