Eon-Mitte investiert in neues Geschäftsfeld – Hausbesitzer werden bei energetischer Sanierung beraten

Vom Stromverkäufer zum Sparer

Kassel/Göttingen. Seit über 80 Jahren liefert Eon-Mitte als Regionalversorger Energie für etwa 1,5 Millionen Menschen in weiten Teilen Hessens, Südniedersachsens, Westthüringens und Ostwestfalens. Seit Oktober arbeitet das Kasseler Unternehmen daran, sich einen Namen als Energie-Sparer in der energetischen Gebäudesanierung zu machen – bei Privat-, Kommunal- und Geschäftskunden.

Zwar steckt das für Eon-Mitte neue Geschäftsfeld noch in den Kinderschuhen, doch in zwei, drei Jahren soll es schwarze Zahlen schreiben, kalkuliert Harald Wetzel, Vertriebsleiter technische Dienstleistungen. Um dieses Angebot, das weit über die klassische Energieberatung hinausgeht, an den Kunden zu bringen, greift der Regionalversorger nicht nur auf hauseigenes Wissen zurück, sondern hat zusätzlich fünf Gebäudeenergieberater eingestellt – Architekten, Ingenieure und Techniker.

Eon-Mitte verspricht sich aufgrund der politischen Vorgaben, dass bis 2020 ein Fünftel der Energie aus Erneuerbaren kommen soll, ein lohnendes Geschäft – trotz des hart umkämpften Marktes. Rund 100 000 Euro hat Eon-Mitte in Software und Weiterbildung investiert. In den ersten Monaten hat die Sparte acht Kunden an Land gezogen. Damit sich der Geschäftsbereich rechnet, sollten es gemessen am derzeitigen Team an die 20 Hauseigentümer sein – große wie kleine Wohneinheiten.

Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, verspricht der Regionalversorger vom ersten bis zum letzten Tag nur einen Ansprechpartner. Aufgebaut ist die Dienstleistung modular. „Wobei der Kunde nach jedem Baustein aussteigen kann“, sagt Karsten Koerke, Leiter der energetischen Gebäudesanierung.

1Zustandsanalyse: Hier wird ermittelt, in welchem energetischen Zustand das Wohngebäude ist. Darauf basiert die Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung der Sanierung. Dafür fallen je nach Zahl der Wohneinheiten 650 Euro für ein bis zwei Einheiten und bis zu 1150 Euro bei Gebäuden mit sieben bis 15 Einheiten an.

2 Anschließend wird ein Konzept mit Vollkostenrechnung in zwei Varianten erstellt. Dabei werde auch die Lebensdauer von Anlagen berücksichtigt. Zudem werden Fördermittel geprüft und Kostenvoranschläge erstellt.

3Im dritten Schritt geht es um die Realisierung des Projekts. Eon-Mitte verspricht Ausführung mit regionalen, qualifizierten Handwerkern nach Absprache mit den Kammern, Bauüberwachung, Bauabnahme und eine Gewährleistung. Konzept und Umsetzung kosten den Bauherrn zwischen zehn und 15 Prozent des Auftragsvolumens.

Eon-Mitte ist überzeugt, dass sich unter dem Strich bei einen Haus aus den 1970er Jahren der Energieverbrauch um mindestens 50 Prozent senken lässt, oft sind es einige Prozente mehr, sagt Koerke. Letztlich entscheidend sind Anlagentechnik und Gebäude.

Von Martina Wewetzer

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