Stromversorger: Schnell den Stecker ziehen - Fragen und Antworten

Kassel / Göttingen. Mehr als 500 Energieversorger in Deutschland werden in diesen Wochen die Strompreise erhöhen, hat das Online-Vergleichsportal Check24 ermittelt. Auch Unternehmen aus der Region sind darunter.

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Preiserhöhungen sind eine gute Gelegenheit, dem teuren Versorger den Rücken zu kehren und sich einen billigeren Tarif zu suchen. Doch Wechsellustige müssen sich beeilen: Wer seinen alten Vertrag nicht rechtzeitig kündigt, muss die Preiserhöhung zahlen.

Wie kommt man aus seinem Stromvertrag heraus?

Ein Vertrag für Strom aus der Grundversorgung, der in der Regel mit dem örtlichen Stadtwerk oder einem Regionalanbieter abgeschlossen wird, kann mit einer Frist von vier Wochen gekündigt werden. Wer umzieht, kann den Strom sogar innerhalb von zwei Wochen abmelden. Anders sieht es bei alternativen Anbietern und bei Sondertarifen aus: Hier gelten die Fristen, die im Vertrag stehen.

Gibt es ein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen?

Ja. Wer es nutzen will, muss aber schnell reagieren: Stromversorger müssen Erhöhungen ihren Kunden sechs Wochen vorher schriftlich mitteilen. Weil die gesetzliche Kündigungsfrist einen Monat beträgt, bleibt oft nur wenig Zeit, um zu kündigen. Das muss schriftlich geschehen – als Brief, Fax oder als E-Mail.

Kostet der Anbieterwechsel Geld?

Nein. Fürs Wechseln darf kein Entgelt verlangt werden. Auch Zähler müssen nicht ausgetauscht werden. Der bisherige Versorger schickt eine Schlussrechnung. Ein Wechsel sollte in acht Wochen über die Bühne sein .

Was passiert, wenn der alte Versorger gekündigt ist und es mit dem neuen hakt?

Wenn der neue Versorger ausfällt, springt der örtliche Grundversorger nahtlos ein. Allerdings wird er den Kunden wohl in den Grundtarif eingruppieren, und das ist nicht der günstigste.

Wie findet man einen neuen Anbieter?

Am schnellsten geht das mit Vergleichsrechnern im Internet. Eine umfangreiche Übersicht bieten zum Beispiel www.verivox.de, www.toptarif.de oder www.check24.de

Worauf sollte man beim Abschluss eines neuen Vertrages achten?

Die Vertragsbindung sollte nicht mehr als ein Jahr betragen. So kann man schnell wieder wechseln. Die reguläre Kündigungsfrist sollte nicht länger sein als ein Monat.

Verträge mit Vorauskasse oder Kaution sind meist besonders billig. Lohnen sie sich?

Es ist Vorsicht angebracht. Denn geht der Versorger pleite, ist das Geld meist weg.

Wie stark sollen die Strompreise in diesem Jahr steigen?

Ein Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) Strom zahlt dafür 2011 durchschnittlich 83 Euro mehr, hat das Online-Vergleichsportal Check24 ausgerechnet. Im schlimmsten Fall können es sogar 155 Euro werden. Umgekehrt kann eine vierköpfige Familie auch bei Tarifen ohne Vorauskasse oder Boni über 150 Euro im Jahr sparen.

Von Barbara Will

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