Solartechnik-Produzent will seine starke Marktstellung weiter ausbauen

SMA strotzt vor Kraft

Teamarbeit: Vorstandssprecher Günter Cramer, Mitarbeiter Miljenko Cicic, Vorstand Uwe Hertel und Bereichsleiter Günther König (von links) versuchen sich an der Montage eines Wechselrichters. Foto: Koch

Kassel / Niestetal. Pünktlich zum Beginn der Hauptversammlung des Solartechnik-Herstellers SMA in Niestetal (Kreis Kassel) riss sogar der bis dahin wolkenverhangene Himmel zeitweise auf - als wenn sich die Sonne mit den Aktionären solidarisieren wollte. Die meisten merkten es in dem dunklen Sitzungssaal gar nicht. Aber den Anteilseignern scheint die Sonne ohnehin seit langem - zumindest in finanzieller Hinsicht.

Denn angesichts eines Rekordumsatzes von 934 Millionen Euro sowie eines Reingewinns von 161 Mio. Euro erhalten sie je Aktie eine um 30 Prozent auf 1,30 Euro gestiegene Dividende. Somit schüttet das nordhessische Vorzeige-Unternehmen für 2009 insgesamt 45,1 Mio. Euro aus. Auch mit der Aktie ging es aufwärts: Vor einem Jahr war sie 40 Euro, zwischenzeitlich über 100 und gestern fast 82 Euro wert. Schneller kann man Geld kaum verdienen.

Noch wichtiger als die Zahlen des vergangenen Jahres ist der Ausblick auf 2010 und die überschaubare Zukunft. „Wir sind das weltweit erfolgreichste Fotovoltaik-Unternehmen und so gut auf die Herausforderungen vorbereitet wie kein anderer“, sagte ein selbstbewusster Vorstandssprecher Günther Cramer. SMA sei der einzige Hersteller, der Solar-Wechselrichter in allen Größen und für alle Anwendungen anbiete und mit einem Anteil von 43 Prozent unangefochtener Weltmarktführer.

Zum Vergleich: In einem Markt, in dem sich weltweit etwa 100 zumeist kleinere Anbieter tummeln, haben die nächst größeren Wettbewerber, Fronius (Österreich) und Kaco (Neckarsulm) neun beziehungsweise acht Prozent Weltmarktanteil. „Unsere Position kann man sich nicht erkaufen, sondern man muss sie sich im internationalen Wettbewerb über Jahre hart erarbeiten“, sagte Cramer unter dem Beifall der Aktionäre. Noch stärker fiel der Applaus aus, als der Vorstandssprecher erneut bekräftigte, dass SMA seine Unabhängigkeit wahren wolle. „Den Einstieg eines Großaktionärs lehnen wir ab“.

74,3 Prozent des Kapitals halten die Firmengründer Günther Cramer, Peter Drews, Rainer Wettlaufer sowie Prof. Werner Kleinkauf. Der Rest befindet sich im Streubesitz.

Um die starke Marktposition und Technologieführerschaft auszubauen, will SMA seine Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen weiter erhöhen. Allein in diesem Jahr sollen 80 Mio. Euro in neue Produkte fließen. Und angesichts einer mit 350 Mio. Euro prall gefüllten Kriegskasse steht weiterem Wachstum fast nichts im Wege.

SMA strotzt vor Kraft. Vor allem auch dank des hoch subventionierten Heimatmarkts, dem mit Abstand größten Fotovoltaik-Markt weltweit. Dass es angesichts der Förderkürzung zu einem Einbruch kommt, glaubt der SMA-Vorstand nicht. Mittelfristig, so Cramer, werde es aber Verschiebungen in andere Länder geben. So stehe der riesige US-Markt erst am Anfang.

Angesichts solch guter Zahlen blieb kaum Raum für Kritik. Die meisten Aktionärsvertreter lobten den Vorstand über den Klee, forderten aber eine höhere Dividende.

Von José Pinto

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