Studie: Arbeitslosigkeit macht krank

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Arbeitslosigkeit macht krank: Am häufigsten sind Muskelerkrankungen und psychische Störungen.

Berlin - Arbeitslosigkeit macht einer Studie zufolge krank: Arbeitssuchende sind laut DGB mehr als doppelt so oft krank wie Beschäftigte. Das ergibt pro Jahr 26 Krankheitstage.

Wissenschaftliche Erhebungen hätten ergeben, dass Arbeitslose je nach Altersgruppe mehr als doppelt so häufig krank seien wie Erwerbstätige, teilte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Montag mit. “Je länger die Arbeitslosigkeit dauert und je geringer die Perspektiven auf einen Wiedereinstieg sind, desto belastender wird die Situation für die Betroffenen und ihre Familien“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

In der Gruppe der 15 bis 24 Jährigen liegt die Krankenstandsquote bei Arbeitnehmern laut DGB-Studie deutlich niedriger (drei Prozent) als bei Arbeitssuchenden (4,4 Prozent). Diese Differenz wird mit zunehmendem Alter immer größer. Bei den 45- bis 49-Jährigen liegt die Quote bei Menschen mit Arbeit bei 4,3 Prozent, bei denen ohne Arbeit bei 10,9 Prozent. Besonders frappierend sind die Zahlen in der Gruppe der 55- bis 59-Jährigen. Dort sind Arbeitslose rund 2,2-mal so häufig krank wie Beschäftigte.

Arbeitslosengeld-Empfänger mit 26 Krankheitstagen

45 Prozent der Hartz-IV-Empfänger sagen der Studie zufolge von sich, dass sie gesundheitlich angeschlagen seien. Im Vergleich zu Beschäftigten treten bei Arbeitslosengeld-Empfängern mit fast 26 Krankheitstagen mehr als doppelt so viele Arbeitsunfähigkeitstage auf. Eine Analyse der Krankheitsursachen ergab, dass die Hälfte der Krankheitstage von Arbeitslosengeld-Empfängern auf Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems sowie auf psychische Störungen zurückgeht.

“Die Studie des DGB bestätigt einmal mehr, wie dringend wir ein Präventionsgesetz brauchen. Die Verweigerungshaltung der Bundesregierung ist nicht nachvollziehbar“, sagte die Grünen-Sprecherin für Prävention und Patientenrechte, Maria Klein-Schmeink. Die Präventionsangebote der Krankenkassen erreiche die Erwerbslosen bislang kaum. Die Agentur für Arbeit, die Jobcenter, Arbeitgeber und Krankenkassen müssten ihre Anstrengungen verstärken.

dapd

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