Studie: Öko-Energie würde Wirtschaft nützen

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Klatschmohn vor einem Windrad. Eine Prognos-Studie behauptet: Öko-Energie würde der Wirtschaft nützen.

München - Deutschland würde nach einer Studie des Basler Prognos-Instituts vom konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke massiv profitieren.

Das Bruttoinlandsprodukt würde in den nächsten 40 Jahren um 300 Milliarden Euro wachsen, und es entstünden zwei Millionen neue Arbeitsplätze, erklärte Prognos-Direktor Michael Schlesinger am Montag in München. Das Institut erwartet, dass die deutsche Bevölkerung bis zum Jahr 2050 um 10 Millionen Einwohner schrumpft, die Wirtschaft nur noch um 0,8 Prozent jährlich wächst und der Energieverbrauch sich fast halbiert. Bei einer konsequenten, innovativen Energiepolitik sänke der Importanteil am Energieverbrauch auf 37 Prozent, und zwei Drittel der Stromerzeugung in Deutschland würden aus Biomasse und anderen erneuerbaren Quellen stammen.

Große Gewinner wären die Bauwirtschaft und die Investitionsgüterhersteller, Verlierer die Energiewirtschaft, der Handel und konsumnahe Dienstleistungen. “Man verlagert vom Konsum zu Investitionen, aber die Effekte für die Gesamtwirtschaft sind positiv“, sagte Schlesinger.

Bayerische Wirtschaft erhofft 30 Jahre längere Laufzeit

Der Verband der bayerischen Wirtschaft, der die Studie in Auftrag gegeben hat, forderte eine Verlängerung der Atomkraftwerks-Laufzeiten um mindestens “20 Jahre, besser noch um 30 Jahre“. Denn “unsere Industrie muss auch mit ausreichend grundlastfähiger Energie versorgt werden können, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht“, sagte Verbandspräsident Randolf Rodenstock am Montag in München. Atomkraft sei zudem billig und CO2-neutral. Entscheidend sei, dass die “energiepolitische Flickschusterei“ der vergangenen Jahre beendet werde und die Bundesregierung im Herbst ein langfristig tragfähiges Gesamtkonzept vorlege. Wettbewerbsverzerrungen durch die Subvention der erneuerbaren Energien lehne die bayerische Wirtschaft ebenso ab wie nationale Alleingänge in der Klimapolitik. Der Energiemix müsse die Versorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen gewährleisten, sagte Rodenstock. In Bayern lieferten Atomreaktoren zwei Drittel des Stroms und seien in den nächsten Jahrzehnten noch unverzichtbar.

Zugleich forderte die bayerische Wirtschaft aber auch “mutiges Investieren in erneuerbare Energien“, gigantische neue Stromspeicher wie zum Beispiel Druckluft- und Wasserstoffspeicher sowie europaweite Stromnetze, wie sie die Prognos-Studie in ihrem Szenario voraussetzt. Die Prognos-Forscher gehen auch davon aus, dass mehrere Atomreaktoren auch 2040 noch am Netz sind.

apn

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