Studie: Rabatt bei Autos von bis zu 48 Prozent

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Die Abwrackprämie ist ausgelaufen und der Verkauf von Autos stockt - nun setzen viele Hersteller im Kampf gegen die Flaute immer stärker auf Rabattaktionen.

Frankfurt/Main/Duisburg - Die Abwrackprämie ist ausgelaufen und der Verkauf von Autos stockt - nun setzen viele Hersteller im Kampf gegen die Flaute immer stärker auf Rabattaktionen.

In der Spitze werden Nachlässe von 48 Prozent vom Listenpreis gewährt, heißt es in der am Montag veröffentlichten monatlichen Untersuchung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer vom Auto-Forschungszentrum der Universität Duisburg-Essen. “Im gleichen Tempo wie die Verkäufe zurückgehen kommen die Rabatt-Aktionen wieder ins Angebot“, schreiben die Autoren. Das Forschungszentrum erfasste im Oktober 306 Rabattaktionen, das waren 29 mehr als im September.

Die Gewinner der Abwrackprämie

Schluss mit der Abwrackprämie: Die Mittel sind aufgebraucht. Insgesamt zwei Millionen Fahrzeuge kamen in die Schrottpresse - im Tausch mit einem neuen Gefährt. Profitiert haben vor allem Importeure und Exoten. Das sind die Gewinner unter den Automobilherstellern (Quelle: CAR-Universität Duisburg-Essen): Platz 1: Dacia (2009 voraussichtlich 62.019 zusätzlich verkaufte Fahrzeuge, entspricht einem Plus von 274,5 Prozent) © dpa
Platz 2: Lada (CAR-Institut-Prognose: 2850, Plus von 139,9 Prozent) © dpa
Platz 3: Fiat (99.597, Plus von 124,8 Prozent) © dpa
Platz 4: Hyundai (49.606, Plus von 106,0 Prozent) © dpa
Platz 5: Suzuki (27.437, Plus von 82,2 Prozent) © dpa
Platz 6: Kia (25.496, Plus von 82,0 Prozent) © dpa
Platz 7: Alfa Romeo (5297, Plus von 76,9 Prozent) © dpa
Platz 8: Skoda (76.288, Plus von 69,4 Prozent) © dpa
Platz 9: Seat (28.760, Plus von 64,3 Prozent) © dpa
Platz 10: Toyota (53.402, Plus von 63,3 Prozent) © dpa
Ein deutscher Hersteller war in den Top Ten nicht zu finden. Aber Opel verkauft zusätzlich immerhin stattliche 105.092 Autos, ein Plus von 44,9 Prozent. © dpa
Ähnlich VW: 193.353 zusätzlich verkaufte Wagen, ein Plus von 34,7 Prozent © dpa
Bei den anderen deutschen Herstellern kann von Gewinnern schon nicht mehr die Rede sein: Audi etwa soll 1,1 Prozent unter seiner Kalkulation liegen © dpa
Bei BMW dürften es sogar 7,3 Prozent sein © dpa
Der Verlierer heißt Mercedes mit voraussichtlich 38.066 Exemplaren weniger als eingeplant, ein Minus von 12,8 Prozent. © dpa

Dabei wurden nur veröffentlichte Aktionen der Hersteller wie Sondermodelle, Sonderzinsen oder besondere Eintauschprämien für Altfahrzeuge gezählt, nicht aber die von Händlern zusätzlich gewährten Rabatte. So wurde für den Toyota Auris durch die Kombination eines Spezialleasings und einer Wechselprämie ein Preisvorteil von 48,4 Prozent ermittelt. Hohe Rabatte räumen demnach auch Peugeot, Citroën und Ford ein. Volkswagen halte sich mit Preisvorteilen von maximal 14 Prozent durch ein “All Inclusive Paket“ dagegen zurück. Nach Einschätzung der Autoren wird sich dies aber in den kommenden Monaten ändern.

Unter den Premiumanbietern führe derzeit Mercedes die Rabattfront mit bis zu 19 Prozent Nachlass an. Die zunehmenden Rabatte sind Dudenhöffer zufolge ein deutlichen Signal, “dass der deutsche Automarkt in eine Rezession läuft, während die Gesamtwirtschaft sich langsam aus der Krise erholt“. Nach den Prognosen des Forschungszentrums werden kommendes Jahr in Deutschland 2,8 Millionen Neuwagen zugelassen, das sind eine Million weniger als im laufenden Jahr erwartet. Mit der im September ausgelaufenen Abwrackprämie hatte die Bundesregierung den Kauf von zwei Millionen Neuwagen mit jeweils 2500 Euro gefördert.

dpa

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