Studie: Verbraucher profitieren zu wenig vom niedrigen Ölpreis

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Verbraucherschützer wollen, dass auch die niedrigeren Öl- und Gaspreise endlich bei den Endkunden ankommen. Foto: Oliver Berg

Ob Bier, Äpfel oder Sprit: Alles hat mit Öl zu tun, sei es als Rohstoff oder als Treibstoff beim Transport. Sinken die Produktpreise langsamer als der Ölpreis? Es steht Aussage gegen Aussage.

Berlin (dpa) - Die Verbraucher in Deutschland profitieren laut einer Studie nur unzureichend von den gesunkenen Preisen für Öl und Gas.

Die Unternehmen hätten die Preissenkungen der vergangenen zwölf Monate nicht vollständig an die Kunden weitergegeben, kritisierte der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin.

Ein durchschnittlicher Haushalt gab demnach allein im Januar für Tanken und Heizen bis zu 15 Euro zu viel aus. Auch Flüge seien zu teuer. Die Mineralölwirtschaft wies den Vorwurf zurück.

"Es wird Zeit, dass auch niedrigere Öl- und Gaspreise endlich bei Verbrauchern ankommen", forderte Verbraucherschützer Klaus Müller. Auch viele andere Produkte könnten preiswerter sein, von Reis über Äpfel und Bier bis hin zu Teelichtern.

"An der Tankstelle wurden die niedrigen Rohölpreise weitgehend, wenn auch nicht vollständig weitergegeben", heißt es in der Studie. Bei Diesel wären demnach im Januar noch zwei Cent weniger drin gewesen, bei Benzin ein Cent. "Besonders eklatant ist die Differenz bei Erdgas." Statt einer Einsparung von 13,80 seien die Verbraucher nur in den Genuss von 1,20 Euro Nachlass gekommen.

"Die Studie übersieht, dass Autos nicht mit Öl, sondern Benzin und Diesel fahren", kritisierte der Mineralölwirtschaftsverband. Tankstellen hätten ihre gesunkenen Einkaufspreise voll an ihre Kunden weitergeben. "Im harten Wettbewerb orientieren sich die Tankstellenpreise ausschließlich und eng an den Weltmarkt-Einkaufspreisen."

Große Fluggesellschaften wie Air Berlin und Lufthansa hatten in den vergangenen Monaten argumentiert, ihre Kerosinrechnung sinke langsamer als der Ölpreis. Denn die Airlines kaufen den Treibstoff oft bis zu zwei Jahre im Voraus ein - eigentlich, um günstige Preise zu sichern und sich vor Wechselkursschwankungen zu schützen.

Pressemitteilung und Studie

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