Start im Jahr 2014?

Stufenweise BER-Eröffnung rückt näher

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Schon nächstes Jahr könnten Teile des neuen Hauptstadtflughafens eröffnet werden.

Berlin - Der Pannen-Flughafen BER bei Berlin soll so schnell wie möglich starten. Airport-Chef Mehdorn will deswegen keine Komplett-Eröffnung, sondern schrittweise vorgehen. Ob es bis 2014 klappt, ist unklar.

Am geplanten Hauptstadt-Flughafen in Schönefeld verdichten sich die Hinweise auf eine stufenweise Eröffnung. Airport-Chef Hartmut Mehdorn sagte dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) am Sonntag, es gebe keinen Grund dafür, dass alle auf einmal umziehen. „Wir werden das also scheibchenweise machen.“ Schon vor drei Wochen hatte Mehdorn angedeutet, man könne den neuen Flughafen nach und nach in Betrieb nehmen. Damals hatte er allerdings auch betont, es gebe keinen Beschluss über eine solche Vorgehensweise.

Wie das Magazin „Focus“ unter Berufung auf Flughafenexperten berichtet, könnte der Airport bei einer Teilinbetriebnahme bereits im Jahr 2014 eröffnet werden. Mehdorn will sich erst im Juli oder August auf einen Termin festlegen. Ein Flughafensprecher wollte sich zu Terminspekulationen nicht äußern. Wegen Baumängeln musste die Eröffnung des Großflughafens bereits viermal verschoben werden.

"Wir sind im Zeitplan" - Zitate zum BER-Debakel

„Der Inbetriebnahmetermin 3. Juni 2012 ist unwiderruflich.“ (Der frühere Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen im November 2011) © dpa
„Der Eröffnungstermin 27.10.2013 steht, er ist aber kein Selbstläufer.“ (Körtgens Nachfolger Horst Amann im November 2012) © dpa
„Diesen Dilettanten darf man nicht die Führung der Stadt überlassen.“ (Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit im Mai 2011 an die Grünen gerichtet, weil die das Projekt Flughafen abspecken wollten) © dapd
„Sicherheit hat Vorrang!“ Der Flughafen werde „trotz der Verschiebung nach wie vor eine Erfolgsgeschichte sein“. (Wowereit im Mai 2012 zur Absage der für den 3. Juni geplanten Eröffnung wegen Problemen an der Brandschutzanlage) © dapd
„Bei einer derartigen Komplexität des Bauvorhabens ist es immer riskant, einen Termin zu setzen. Aber man kann nicht einfach den Baufortschritt abwarten, bevor man Termine nennt (...) Ich sehe nicht, welchen konkreten Vorwurf man dem Aufsichtsrat machen müsste.“ (Wowereit in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ im Juni 2012) © dpa
„Wir sind im Zeitplan.“ (Wowereit im November 2012 nach einer Sitzung des Aufsichtsrats) © dpa
„Verantwortung wahrzunehmen bedeutet, die Dinge anzupacken. Das gilt besonders für den Flughafen. Deshalb bündeln wir alle Kräfte, um den Eröffnungstermin im Oktober 2013 einzuhalten.“ (Wowereit in seiner Neujahrsansprache im Januar 2013) © dpa
Der für Oktober 2013 geplante Eröffnungstermin werde gehalten. „Eine nochmalige Verschiebung können wir uns auch für das Image des Landes nicht leisten.“ (Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck auf einem SPD-Parteitag im September 2012) © dpa
„Einem Aufsichtsrat, der mehrfach mündlich und schriftlich nachfragt und darauf eindeutige Antworten bekommt, kann man keine Vorwürfe machen.“ (der frühere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer am 28. Mai 2012 in der „Bild am Sonntag“, nachdem der Eröffnungstermin am 3. Juni 2012 geplatzt war) © dpa

Mehdorn habe in der Sitzung außerdem angekündigt, die nördliche Start- und Landebahn nicht vorzeitig sanieren zu wollen, heißt es in dem Sitzungsprotokoll der Ministeriumsarbeitsgruppe „Soko BER“ vom 18. April, über das mehrere Medien berichteten. Die Arbeiten seien nun wie ursprünglich geplant für die Jahre 2016 und 2017 vorgesehen. Die Piste dient derzeit noch dem alten Schönfelder Flughafen und ist deshalb sanierungsbedürftig.

Die Debatte über einen zeitweisen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel reißt ebenfalls nicht ab. In der Arbeitsgruppensitzung machte sich Mehdorn erneut für eine längere Übergangsfrist stark. Laut Protokoll regte er an, den ursprünglichen Beschluss zu überdenken, wonach Tegel spätestens sechs Monate nach der BER-Eröffnung geschlossen wird. Schon mehrfach hatte Mehdorn für einen derartigen Parallelbetrieb von Tegel und dem neuen Airport in Schönefeld geworben. Alle drei BER-Gesellschafter - Berlin, Brandenburg und der Bund - haben diesen Vorschlag aber wiederholt abgelehnt.

dpa

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