Nintendo will zum Start der Videospielmesse E3 mit neuer Konsole zurück an die Branchenspitze

Super Marios nächster Coup: Neue Konsole von Nintendo

Heißt sie Wii 2, Project Café oder Stream? Oder einfach nur Nintendo? Zum Start der Videospielemesse Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles will der japanische Videospielegigant Nintendo heute seine neue Spielkonsole enthüllen.

Und sowohl die Fachpresse in Los Angeles als auch Fans in aller Welt erwarten nicht weniger als eine Revolution.

Dass der Konzern aus Kyoto am Wochenende das Ziel eine Hacker-Attacke war, dürfte die Begeisterung kaum bremsen – zumal anders als beim Konkurrenten Sony offenbar keine wertvollen Kundendaten geklaut wurden. Fünf Jahre ist es her, dass Nintendo seine Wii-Konsole auf der E3 enthüllte und die Branche schockierte. Anstatt in das Wettrüsten zwischen Sony und Microsoft um hochauflösende Grafik und die opulentesten Spielwelten einzusteigen, verzichtete Nintendo auf Rechenpower und verblüffte mit seiner Bewegungssteuerung.

Statt wie bisher auf Knopfdruck steuerten die Spieler ihre Figuren mit ausschweifenden Gesten über den Bildschirm. Die Wii zielte nicht auf den harten Kern der Spielergemeinde, sondern auf Gelegenheitsspieler, die zum ersten Mal an eine Konsole gelockt werden sollten.

Die Rechnung ging auf: Nintendo verdiente in den fünf Jahren seit dem Wii-Start 8,7 Milliarden Euro netto. Über 86 Millionen Wii-Konsolen wurden in dieser Zeit verkauft. Zum Vergleich: Microsoft konnte von seiner X-Box 360, die ein Jahr vor der Wii startete, bis heute etwa 55 Millionen Stück absetzen, Sonys Playstation 3 verkaufte sich seit 2006 etwa 50 Millionen Mal.

Nintendos Trumpf: Während die Konkurrenz durch technische Probleme und hohe Fertigungskosten mit ihren Hightech-Konsolen viel Geld verlor, konnte der Konzern aus Kyoto die vergleichsweise simpel konstruierte Wii schon zur Markteinführung für 250 Euro gewinnbringend verkaufen.

Doch die goldene Wii-Ära neigt sich dem Ende zu. Längst haben Sony und Microsoft mit eigenen Bewegungssteuerungen nachgezogen, die Wii-Verkäufe stagnierten zuletzt. Kein Wunder, dass Nintendo die neue Konsole schon 2012 auf den Markt werfen will, während die Konkurrenz wohl noch bis 2014 wartet.

Über mögliche Namen wie Project Café, Stream und Wii 2 wird in der Branche genauso heiß spekuliert wie über die Ausstattung. Ein von IBM konstruierter Drei-Kern-Prozessor sowie ein ATI-Grafikchip sollen die Konsole leistungsstärker als Playstation 3 und X-Box 360 machen. Allerdings gelten HD-Grafik und Online-Spiele heute als Standard und dürfte keinen Fan mehr überraschen.

Interessanter ist die Frage, was sich Nintendo diesmal für die Bedienung einfallen lässt. Die Spekulationen reichen von kleinen Bildschirmen am Controller, mit dem man die Spiele steuert, bis zu haptischen Touchscreens, mit deren Hilfe man Oberflächen innerhalb der Spielwelten spüren kann.

Nur eins erscheint vor der Präsentation um 18 Uhr deutscher Zeit sicher: Klempner Super Mario, seit drei Jahrzehnten Nintendos Maskottchen, wird auch in Zukunft die Heldenrolle übernehmen.

Von Simon Neutze

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