Nach "Swissleaks"

Ex-HSBC-Mann fordert mehr Schutz für Whistleblower

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Franko-Italiener und ehemaliger HSBC-Mitarbeiter Hervé Falciani.

Bern - Der für den Datenklau bei der Großbank HSBC in der Schweiz verantwortliche Franko-Italiener Hervé Falciani hat mehr Schutz für sogenannte Whistleblower wie ihn gefordert.

Wer wirklich etwas gegen Straflosigkeit tun wolle, müsse auch die "dafür nötigen Mittel" für Informanten bereitstellen, sagte Falciani am Montag im Schweizer Rundfunk. Auf der Grundlage der von ihm entwendeten Daten hatte ein Recherchenetzwerk zuvor über die "Swissleaks"-Affäre berichtet.

Die sogenannten Whistleblower müssten mehr unterstützt werden, forderte Falciani. Dabei gehe es um nicht nur um Personenschutz, sondern auch um "professionelle und rechtliche" sowie finanzielle Hilfe, sagte Falciani dem Sender RTS. Der frühere HSBC-Angestellte hatte 2007 massenhaft Kundendaten gestohlen und sie später den französischen Behörden übergeben.

Ein internationales Recherchenetzwerk wertete die "Swissleaks"-Daten aus und veröffentlichte die Erkenntnisse am Montag. Demnach führte der Schweizer Ableger der britischen HSBC Schwarzgeld-Konten und profitierte von Geschäften mit Waffenhändlern und Schmugglern. In den Jahren 2006 und 2007 flossen so rund 180 Milliarden Dollar (159 Milliarden Euro) über die Konten des Bankhauses, um Steuern zu hinterziehen, Geld zu waschen oder Terrorismus zu finanzieren.

In der Schweiz wird wegen des Datenklaus gegen Falciani ermittelt. Er sagte dem Sender RTS, er hoffe sehr, dass die Schweizer Behörden angesichts der Ermittlungen gegen ihn nun noch "genügend Energie" hätten, um auch gegen die Bank zu ermitteln.

Der Rechercheverbund von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR erklärte am Montagabend, in den "SwissLeaks"-Dokumenten fänden sich 2106 Namen mit Bezug zu Deutschland, fast doppelt so viele wie bisher bekannt. Den deutschen Steuerbehörden liegt demnach bislang lediglich eine Liste mit 1136 Namen vor.

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) forderte eine harte Gangart gegen Steuerkriminalität. "Banken, die das Geschäftsmodell des organisierten Steuerbetrugs nicht ein für alle Mal aufgeben, müssen mit Lizenzentzug rechnen", sagte er den "Ruhr Nachrichten" vom Dienstag. Er verteidigte vor diesem Hintergrund den Erwerb von CDs mit Steuerdaten. Solange nicht belegt und kontrollierbar sei, dass Banken sauber seien, müsse "allen Hinweisen" nachgegangen werden.

Unterdessen kündigten britische Abgeordnete angesichts der "Swissleaks"-Affäre eine Untersuchung an. Der zuständige Ausschuss werde dazu von der HSBC Beweismittel erbitten, sagte die Ausschussvorsitzende Margaret Hodge der BBC, die an dem Recherchenetzwerk beteiligt ist. Notfalls werde eine Herausgabe von Angaben angeordnet. In den "Swissleaks"-Dokumenten finden sich auch fast 7000 Namen von Kunden in Großbritannien.

AFP

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