Tagesgeld und Co. – Tipps für junge Sparer - Finanzwoche Teil 2

Aller Anfang ist schwer: Der Traum vieler junger Menschen ist es, später ein ansehnliches Vermögen ihr Eigen zu nennen. Der Weg dorthin ist oft mühsam und mit vielen Fragen verbunden:

Sollte sich ein 17-jähriger Lehrling schon um seine Altersvorsorge kümmern? Wo gibt’s vermögenswirksame Leistungen? Und: Welche Versicherungen sollte man eigentlich als junger Mensch abschließen? Gerade weil Azubis, Studenten und Berufseinsteiger meist nur kleine Beträge auf der hohen Kante haben, sollten sie schrittweise vorgehen. Wir zeigen, wie es gehen kann.

Bevor man sich Gedanken um die Altersvorsorge macht, sollten sich gerade Berufsstarter und Studenten zuerst gegen mögliche Risiken absichern. Schließlich ist der reguläre Ruhestand noch in weiter Ferne. Zu nennen sind dabei die Krankenversicherung, eine private Haftpflichtversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Tagesgeld ist eine flexible Form des Sparens

Sind die elementaren Risiken abgesichert, kann man sich dem kurzfristigen Sparen widmen. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein Tagesgeldkonto bei einer Bank. Diese Art der Geldanlage ohne festgelegte Laufzeit ist täglich verfügbar und wird meist besser verzinst als das klassische Sparbuch oder das Girokonto. Während vom Girokonto laufende Kosten wie die Miete abgehen, kann auf einem Tagesgeldkonto eine Rücklage beispielsweise für besondere Ausgaben gebildet werden. Das kann die Waschmaschine sein, die kurzfristig ersetzt werden muss, die Inspektion fürs Auto oder auch der Sommerurlaub.

Ist die persönliche Liquiditätsreserve erst einmal aufgebaut, kommen auch mittel- und langfristige Anlageformen wie ein Bausparvertrag und die Altersvorsorge in Frage. Nebenbei sollten junge Sparer sich aber nicht die vermögenswirksamen Leistungen (VL) entgehen lassen. Das sind Geldleistungen, die der Arbeitgeber für den Auszubildenden und Arbeitnehmer anlegt. In der Regel werden sie zusätzlich zum normalen Arbeitslohn gezahlt. Meist werden se in Form eines Bausparvertrages, eines Banksparplans, einer betrieblichen Altersvorsorge oder eines Aktienfondssparplans angelegt. Ob und in welcher Höhe der Arbeitgeber VL als zusätzliche Leistungen erbringt, steht meist im Tarifvertrag. Der Betriebsrat oder die Personalstelle erteilen dazu Auskunft. Wer kein Geld vom Chef bekommt, kann trotzdem einen VL-Vertrag abschließen. Das Gehalt wird dann entsprechend um den Betrag gekürzt. Der Sparvertrag läuft sechs Jahre. Anschließend folgt eine Sperrfrist von höchstens einem Jahr. Erst danach kann man frei über das Geld verfügen – oder weiter anlegen.

Private Altersvorsorge

Nachdem die Rente längst nicht mehr so sicher scheint, wie es Norbert Blüm als Bundesarbeitsminister (1982 bis 1998) propagiert hat, gibt es seit einigen Jahren die staatlich geförderte Riester-Rente. Sie soll die Lücke, die durch die 2001 beschlossene Absenkung des Rentenniveaus entsteht, durch private Altersvorsorge ausgleichen. Die nach Blüms Nachfolger Walter Riester benannte Rente gibt’s in verschiedenen Varianten: Als klassische Rentenversicherung, in Form eines Banksparplans, als fondsgebundene Rentenversicherung und als Fondssparplan. Zudem kann auch speziell für die eigenen vier Wände „geriestert“ werden, und zwar im Rahmen eines Bausparvertrags und mit dem sogenannten Wohn-Riester.

Die Risiken abwägen

Ob und welche Altersvorsorge sich für junge Menschen eignet, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Alter und der finanziellen Situation ab. Wie bei allen anderen Geldanlagen gilt auch hier die Faustregel: Je kürzer der Anlagezeitraum, desto sicherer sollten die gewählten Produkte sein. Umgekehrt kann derjenige, der noch 30 Jahre bis zum voraussichtlichen Rentenbeginn vor sich hat, durchaus auch auf risikoreichere Angebote mit entsprechend höheren Ertragschancen setzen. Überdurchschnittliche Renditen bedeuten jedoch wiederum Sicherheitseinbußen.

Ob Aktien, festverzinsliche Anlagen, Mischvarianten oder Immobilien die richtige Strategie fürs Alter sind, lässt sich nur im Einzelfall entscheiden. Auch angesichts der Fülle von Angeboten ist es deshalb ratsam, sich im Vorfeld ausreichend zu informieren. Ratgeber und unabhängige Tipps rund ums Thema Altersvorsorge gibt’s beispielsweise bei den Verbraucherzentralen.

Wie flexibel will man sein?

Grundsätzlich gilt: Gerade junge Menschen sollten vorsichtig sein bei unflexiblen Geldanlagen wie einer Rentenversicherung oder auch einer Kapitallebensversicherung, die oft schon Azubis angeboten wird. Bei einem solchen Vertrag bindet man sich schließlich für einen langen Zeitraum und muss bei vorzeitigem Ausstieg, wenn man zum Beispiel das Geld dringend benötigt, mit höheren Verlusten rechnen. Und: Egal ob Berufsunfähigkeitsversicherung, Bausparvertrag oder Riester-Rente – niemals von einem Bankberater oder Versicherungsmakler unter Druck setzen lassen. Stattdessen den Vertrag nochmal in Ruhe zu Hause lesen, Eltern oder fachkundige Freunde hinzuziehen und erst dann unterschreiben, wenn man alles verstanden hat. (psn)

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