20 Produkte bei Öko-Test

Gesundheitsgefahr! Öko-Test entdeckt Pestizide in Apfelmus

Apfelmus und Apfelmark bei Öko-Test: Manche Produkte enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe. Wegen Pestiziden musste ein Produkt sogar vom Markt genommen werden.

  • Öko-Test untersucht Apfelmus und Apfelmark.
  • Ein Apfelmus war so stark mit Pestiziden belastet, dass es vom Markt genommen werden musste.
  • Sieben Produkte im Test erreichen die Bestnote, zwei fallen durch.

Kassel - Äpfel enthalten von Natur aus rund elf Prozent Zucker und sind somit wunderbar süß. Offizielle Vorgaben in den Leitsätzen für Obsterzeugnisse schreiben allerdings vor, dass die Zuckerkonzentration in Apfelmus mindestens 16,5 Prozent betragen muss. Hersteller müssen demzufolge den Apfelbrei nachsüßen. Öko-Test hat jetzt verschiedene Sorten Apfelmus und Apfelmark untersucht und deutlich zu viel Zucker und sogar Pestizide in einigen Produkten entdeckt.

Öko-Test: Test deckt auf - Pestizide und zu viel Zucker in Apfelmus

Insgesamt 20 Apfelbreie von namhaften Herstellern sowie von Discountern wurden von den Verbraucher-Experten von Öko-Test genauer untersucht. Es wurden verschiedene Arten Apfelmus und Apfelmark betrachtet,die Hälfte davon waren Bioprodukte. Das Ergebnis: Es gibt teilweise Probleme mit Pestiziden und aus Sicht von Öko-Test bei einigen Produkten einen „zu hohen Zuckergehalten“.

Laut eines aktuellen Artikels des Verbrauchermagazins Öko-Test können Hersteller die Vorschrift der Zuckerkonzentration umgehen, indem sie ihre Produkte einfach Apfelmark nennen. Denn: „Für Apfelmark gibt es keinen Mindestzuckergehalt“, schreibt Öko-Test.

Im Supermarkt finden Verbraucher Apfelmus und Apfelmark meist nebeneinander im Regal, abgesehen von der Bezeichnung sehen beide auch völlig gleich aus. Und dank der natürlichen Süße der Äpfel schmecken beide auch ähnlich gut. Doch der Unterschied ist gravierend.

Apfelmus bei Öko-Test: Zwei Produkte fallen im Test durch, da sie mit Pestiziden belastet sind.

Apfelmus im Test: Öko-Test rät zu Bioprodukten

Die Verbraucher-Experten von Öko-Test haben zwölf Sorten Apfelmus und acht Sorten Apfelmark für einen Test in die Labore geschickt. Das Ergebnis: Kunden, die ein pestizidfreies Apfelmus oder -mark kaufen möchten, sollten zu einem Bioprodukt greifen. Im Test waren nämlich alle untersuchten Bioprodukte frei von Pestizidrückständen und erhielten in den meisten Fällen ein „sehr gut“. In den konventionellen Breien wurden hingegen Spuren von Pestiziden gefunden.

Öko-Test vergab siebenmal die Note „sehr gut“, neunmal „gut“ und zweimal „befriedigend“. Zwei Produkte fielen im Test mit „mangelhaft“ oder sogar mit „ungenügend“ durch. Das Labor entdeckte in diesen beiden Breien nicht nur Pestizide, sondern auch jeweils einen Wachstumsregulator.

UnternehmenÖko-Test
Verkaufte Auflage106.876 Exemplare
VerlagÖKO-TEST AG (Deutschland)
BeschreibungVerbrauchermagazin

Apfelmus bei Öko-Test: Das sind die Verlierer im Test

Insgesamt fünf Produkte im Test erhalten von Öko-Test Minuspunkte für Pestizidbelastungen. Verlierer im Test ist das „Globus Apfelmus 100 % Golden Delicious“, da hier der Wachstumsregulator Mepiquat gefunden wurde, der den EU-Rückstandshöchstgehalt im Apfelmus überschreitet. Deshalb wurde es von Öko-Test mit „ungenügend“ bewertet.

Hier hat der Hersteller allerdings bereits reagiert und die betroffene Charge des Apfelmus vom Markt genommen. Verbraucher, die das „Globus Apfelmus 100 % Golden Delicious“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 30.10.2022 gekauft haben, können es zurückgeben und sich den Einkaufspreis erstatten lassen.

Öko-Test zeigt: Dieses Apfelmus ist bedenklich

Im „Odenwald Apfelmus“ von Andros Deutschland, welches ebenfalls mit „ungenügend“ im Test durchgefallen ist, fanden die Experten von Öko-Test erhöhte Mengen eines Pestizids sowie Spuren von zwei weiteren Pestiziden. Darunter Carbendazim, welches laut dem Verbrauchermagazin Öko-Test im Verdacht steht, die Fortpflanzung zu schädigen und krebserregend zu sein.

Das „Globus Apfelmus 100 % Golden Delicious“ enthält laut Angaben von Öko-Test außerdem noch Spuren des Pestizids Acetamiprid und wurde daher als bedenklich eingestuft. Dieses Pestizid steckt laut Testergebnissen von Öko-Test zudem im „Tegut Apfelmus aus Golden Delicious“ und im „Eden Apfelmark“ von Heirler.

Apfelmus im Test: In vielen Produkten hat Öko-Test Pestizide gefunden. Eine Alternative ist, das Mus aus Äpfel einfach selbst herzustellen.

Testsieger bei Öko-Test: Das ist das beste Apfelmus

Der Gewinner im Test ist das Apfelmark. Sieben der acht Apfelmark-Gläser haben in den Untersuchungen von Öko-Test die Bestnote „sehr gut“ bekommen. Bei allen sieben Produkten handelt es sich um Bio-Apfelmark.

Das Bio-Apfelmus hingegen hat im Test nur die Note „gut“ bekommen, da es laut den Experten von Öko-Test unnötig viel Zucker enthält. Für gut befindet Öko-Test außerdem, dass die Bio-Apfelmusgläser frei von Pestiziden sind. Zu den absoluten Testsiegern von Öko-Test zählen folgende Produkte:

  • Dm Bio Apfelmark (Preis pro 700 Gramm: 1,45 Euro)
  • Alnatura Apfelmark (Preis pro 700 Gramm: 1,49 Euro)

Alternative ohne Zucker: Apfelmus selber machen

Im Internet finden sich allerhand Tipps und Tricks für selbstgemachtes Apfelmus ohne Zucker. Welche Apfelsorten für das Apfelmus verwendet werden, ist Geschmackssache. Mit dem Boskop-Apfel wird das Ergebnis eher säuerlich, wer es süß mag, kann zum Golden Delicious greifen. Sorten wie Elstar oder Jonagold stellen einen guten Mittelweg dar. Für selbstgemachtes Apfelmus werden benötigt:

  • 2 kg Bio-Äpfel
  • 200 ml Wasser
  • Saft einer halben Bio-Zitrone

Zuerst die Äpfel entkernen und in kleine Stücke schneiden. Die Äpfel können auch ungeschält verarbeitet werden, das macht das Apfelmus gesünder. Dann die Äpfel zusammen mit dem Wasser in einen Topf geben. Der Saft einer halben Zitrone sorgt dafür, dass sich das Apfelmus nicht dunkel färbt. Anschließend müssen die Äpfel im Wasser zum Kochen gebracht werden und bei niedriger bis mittlerer Hitze 20 Minuten köcheln, bevor sie schließlich zu einem Mus püriert werden.
Zum Schluss wird das Apfelmus in sterilisierte Einmachgläser gefüllt, diese luftdicht verschlossen und zum Abkühlen auf den Kopf gestellt. (Von Helena Gries)

Öko-Test: Pestizide und Schadstoffe auch in anderen Produkten

Auch in vielen Marmeladen hat Öko-Test Pestizide gefunden: Ausgerechnet Deutschlands bekannteste Marke fällt im Test besonders negativ auf.

Öko-Test hat ebenfalls einige Pestos aus dem Supermarkt getestet und auch hier viele Schadstoffe entdeckt. Bekannte Marken schneiden dabei besonders schlecht ab.

Stiftung Warentest prüfte zuletzt im Test die Impfung von Kindern. Nicht alle Einschätzungen decken sich mit denen des Robert-Koch-Instituts.

Öko-Test zeigt, dass in Biersorten oft Produkte vom Tier enthalten sind. Eine schlechte Nachricht für Veganer. Doch nicht alle Sorten sind betroffen.

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Rubriklistenbild: © Silas Stein / dpa

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