Stiftung Warentest

Medikamente im Test: Achtung! Experten warnen vor diesen Schmerzmitteln

Bei Schmerzen hilft manchmal nur ein Schmerzmittel. Welches ist das richtige? Die Experten von Stiftung Warentest haben einige Mittel unter die Lupe genommen.

  • Stiftung Warentest* hat Schmerzmittel getestet.
  • Nicht jedes Medikament gegen Schmerzen wird im Test als geeignet beurteilt.
  • Vorsicht auch bei beliebten Medikamenten wie Aspirin-Kautabletten und ASS-ratiopharm-Tabletten.

Kassel - Schmerzen im Rücken, im Kopf oder in den Gelenken. Wer damit geplagt ist, greift oft zu einem Schmerzmittel. Doch nicht jedes Medikament ist unbedenklich. Stiftung Warentest hat verschiedene rezeptfreie und rezeptpflichtige Mittel getestet. 15 Medikamente hat das Portal im Test als wenig geeignet eingestuft.

Schmerzen sind unangenehm, doch akute Schmerzen sind notwendig. Sie haben für den Körper eine wichtige Schutzfunktion. Unter anderem warnen sie vor Gefahren, weisen auf eine Verletzung oder eine Erkrankung hin, schreibt Stiftung Warentest.

Im Regelfall verschwinden die Schmerzen, wenn die Verletzung verheilt, der Auslöser beseitigt oder die unterliegende Erkrankung behandelt wurde. Trotzdem hilft manchmal nur ein Medikament. Ein Test von Stiftung Warentest hilft, das richtige Mittel auszuwählen.

Im Test: Stiftung Warentest untersucht Schmerzmittel

Im Medikamenten-Test hat Stiftung Warentest 767 Schmerzmittel bewertet. Fast ein Drittel der bewerteten Medikamente gegen Schmerzen wird von Stiftung Warentest lediglich als Schmerzmedikament, das „mit Einschränkungen geeignet“ ist, eingestuft. Darunter auch das rezeptfrei verfügbare Schmerzmittel „Aspirin Direkt Kautabletten“.

Stiftung Warentest hat Schmerzmittel getestet.

19 Medikamente gelten laut Stiftung Warentest sogar als „wenig geeignet“. Ein Großteil der bewerteten Medikamente gegen Schmerzen wird im Test jedoch als geeignet eingestuft. Insgesamt 513 der 767 geprüften Medikamente bekommen von Stiftung Warentest dieses Urteil.

Stiftung Warentest: Diese Medikamente sind bei Schmerzen weniger geeignet

Als „wenig geeignet“ hat Stiftung Warentest im Test 19 Medikamente eingestuft. Zu diesen gehören die Schmerztabletten „Thomapyrin Classic“ und „Thomapyrin Intensiv" für leichte bis mäßige starke Schmerzen. Laut Stiftung Warentest sind diese Medikamente wenig geeignet, da sie eine nicht sinnvolle Kombination aus ASS und Paracetamol enthalten. Dadurch berge das Medikament das „Risiko der unterschiedlichen unerwünschten Wirkungen der beiden Schmerzwirkstoffe“.

Unter anderem wurden auch die Medikamente „Buscopan plus Filmtabletten“ und „Buscopan plus Suppositorien“ von Stiftung Warentest als wenig geeignet beurteilt. Hier liegt der Grund für das Test-Urteil darin, dass die therapeutische Wirksamkeit von Butylscopolamin nicht ausreichend nachgewiesen sei. Gegen Schmerzen gebe es schmerzlinderndere Medikamente.

Stiftung Warentest warnt: Vorsicht bei beliebten Schmerzmitteln

Das Medikament „Aspirin Direkt Kautabletten“ wurde im Test als „mit Einschränkungen geeignet“ eingestuft. Das Medikament gegen Schmerzen verleite zur Einnahme ohne die notwendige Flüssigkeit. Bei Kindern unter 12 Jahren mit Virusinfektionen könne die Einnahme lebensbedrohliche Risiken haben.

Die „ASS-ratiopharm Tabletten“ in den Zusammensetzungen 300mg und 500mg sind laut Stiftung Warntest bei Zahnschmerzen nur mit Einschränkung geeignet, da durch ASS die Blutgerinnung verzögert werde. Auch weitere Medikamente gegen Schmerzen wurden im Test ähnlich bewertet. Einige rezeptfreie Medikamente können laut Stiftung Warentest für Kinder gefährlich sein. Getestet wurden unter anderem die Medikamente Ibuprofen, Paracetamol und Nasivin.

Chronische Schmerzen: Langzeitschäden durch Medikamente laut Stiftung Warentest

Stiftung Warentest nutzt vier verschiedene Stufen, um die Medikamente im Test zu bewerten. Die Bewertungsstufen reichen von „geeignet“ bis „wenig geeignet".

Geeignet Geeignet für die Behand­lung des jeweiligen Krank­heits­bildes sind Mittel, deren therapeutische Wirk­samkeit in dem betreffenden Anwendungs­gebiet ausreichend nachgewiesen ist, die ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis und einen hohen Erpro­bungs­grad aufweisen.
Auch geeignetAuch geeignet sind Mittel, deren therapeutische Wirk­samkeit ebenfalls nachgewiesen ist, die aber noch nicht so lange erprobt sind wie die als geeignet bewerteten.
Mit Einschränkung geeignetMit Einschränkung geeignet sind Mittel, die zwar therapeutisch wirk­sam sind, aber im Vergleich zu Stan­dard­therapeutika ein höheres oder nicht gut einschätz­bares Risiko bergen.
Wenig geeignetWenig geeignet sind Mittel, deren therapeutische Wirk­samkeit nicht ausreichend belegt ist, die nicht ausreichend hoch dosiert sind und/oder deren therapeutische Wirk­samkeit im Verhältnis zu den Risiken zu gering ist, sodass die wahr­scheinlichen Risiken mehr Gewicht haben als der mögliche Nutzen.

Im Gegensatz zu akuten Schmerzen gelten Schmerzen, die länger als drei bis sechs Monate anhalten, als chronische Schmerzen. Auch Erkrankungen wie Migräne, bei denen die Schmerzen in kurzen Abständen zurückkommen, werden als chronische Schmerzen bezeichnet. Wenn diese Schmerzen mit einem Medikament behandelt werden, kann es jedoch zu Langzeitschäden kommen. Daher sollte sorgfältig abgewogen werden, ob der Nutzen durch die medikamentöse Behandlung überwiegt, schreibt Stiftung Warentest.

Stiftung Warentest: Bedeutung von Schmerzen

Die Bedeutung des Schmerzes kann unter anderem damit in Verbindung gebracht werden, wie sich der Schmerz anfühlt. Die Schmerzen einer Entzündung werden laut Stiftung Warentest oft als pochend oder klopfend beschrieben. Ein dumpf-drückender Schmerz könnte von einem inneren Organ ausgehen. Im Test wurden Schmerzmittel für verschiedene Symptome und Krankheiten getestet.

UnternehmenStiftung Warentest
Gründung04.12.1964 in Berlin
CEOHubertus Primus
Mitarbeiterzahl359 (2018)
Umsatz43,3 Millionen Euro (2018)

Schmerzen: Symptome geben Hinweis auf Ursache

Bei einem Herzinfarkt gibt es ebenfalls typische Symptome. Die Schmerzen strahlen oft in die linke Schulter aus und es kommt zu Luftnot und einem eingeengten Gefühl in der Brust, so Stiftung Warentest. Bei Frauen sind die Symptome oft andere. „Viele Frauen spüren starke Brustschmerzen, die in Arme, Schultern und Hals ausstrahlen können“, schreibt die Apotheken-Umschau. Zudem könnten Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Schmerzen im Oberbauch auf einen Herzinfarkt hinweisen.

Im Medikamente-Test von Stiftung Warentest wurden nicht nur Schmerzmittel getestet. Auch Mittel gegen Heuschnupfen wurden in einem Test bewertet. (Von Sarah Neumeyer)

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa-bildfunk

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