Test zeigt: Meeresalgen oft belastet

Vorsicht beim Genuss von Sushi: Öko-Test warnt wegen Uran-Werten

Sushi im Test: Öko-Test warnt vor Uranresten in beliebter Speise. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt vor einer möglichen Schadstoffbelastung.

  • BVL und Öko-Test warnen vor Meeresalgen
  • Die Algenblätter werden beim Sushi häufig als Zutat genutzt
  • Die japanischen Speise könnte ein Gesundheitsrisiko darstellen

Kassel - Denkt man an Sushi, hat man sofort die Meeresalgen vor Augen, die den kleinen Maki Sushi ihre Form geben. Auch in Deutschland erfreuen sich die japanischen Köstlichkeiten immer größerer Beliebtheit. Daher begannen die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer bereits vor zwei Jahren damit, die getrockneten Algenblätter, unter anderem auch Nori-Blätter genannt, genauer zu untersuchen. 

Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) jetzt mitteilt, sind die Algenblätter häufig mit Schadstoffen belastet und können ein Gesundheitsrisiko darstellen. Auch Öko-Test und Stiftung Warentest warnen vor den Algen.

Verunreinigungen im Sushi? Auch Öko-Test warnt

Üblicherweise ummanteln die Blätter beim Sushi den Reis, allerdings können die Algenblätter auch in anderen Speisen vorkommen. Beliebt ist auch die Verwendung in Suppen, Gemüsegerichten oder sogar in einem Salat. Für die beliebten Rollen aus Japan werden meistens die Braunalgen Wakame und Kombu oder die Rotalge Nori verwendet.

Test von Sushi: Öko-Test warnt Verbraucher wegen hoher Uran-Werte.

Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und Öko-Test können die Algen gesundheitsschädigend sein, da einige Meeresalgen dazu neigen, Schadstoffe wie Schwermetalle und andere Verunreinigungen aus der Umwelt aufzunehmen.

BehördeBundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
HauptsitzBraunschweig (Niedersachsen)
Gründung2002
DachorganisationBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Öko-Test berichtet von Proben - Sogar Uran in Sushi-Algen enthalten

Bereits im Jahr 2018 prüften die Labore der BVL 165 Proben getrockneter Meeresalgen auf verschiedene chemische Elemente, so Öko-Test. Dabei sollen vor allem Cadmium, Blei, Arsen und Aluminium in hohen Konzentrationen aufgetreten sein. Auch der Jodgehalt war oftmals zu hoch.

  • Cadmium: Beim Schwermetall überschritt jede zehnte untersuchte Probe den gesetzlichen Höchstwert von 3,0 Milligramm Cadmium pro Kilogramm getrocknete Alge.
  • Blei: Die Labore wiesen einen hohen Bleigehalt nach. Ein gesetzlich zulässiger Höchstwert existiert allerdings noch nicht.
  • Arsen: Im Durchschnitt lagen die Arsengehalte in den Proben bei rund 25 Milligramm pro Kilogramm. Diese Werte sind zwar hoch, jedoch konnte fast ausschließlich organisch gebundenes Arsen nachgewiesen werden. Die gesundheitlichen Risiken dazu sind noch nicht völlig geklärt.
  • Aluminium: Mit circa 100 Milligramm pro Kilo war der durchschnittliche Aluminiumgehalt der untersuchten Algen sehr hoch. Ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche gilt aber als unbedenklicher Verzehr.

Auch Uran wurde in den Sushi-Zutaten entdeckt, jedoch deckt die in den Proben entdeckte Urankonzentration lediglich 0,19 Prozent der täglich tolierbaren Aufnahmemenge ab. In der Regel sollte der Verzehr also gesundheitlich unbedenklich sein.

SushI: Öko-Test warnt vor Jodgehalt

Bei Jod hingegen sieht die Situation anders aus: In über 75 Prozent der Algenproben wurde ein Jodgehalt von über 20 Milligramm pro Kilogramm gemessen. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) empfiehlt nur eine Maximalmenge von 0,5 Milligramm Jod pro Tag.

Wenn Produkte einen Jodgehalt von über 20 Milligramm aufweisen, müssen diese eigentlich mit einem Warnhinweis versehen werden. In acht Prozent der Algenproben fehlten diese Warnhinweise und Verbraucherinformationen allerdings. Ein dauerhafter Jodüberschuss kann laut Öko-Test zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse führen.

Öko-Test: Tipps für den Sushi-Verzehr

All das bedeutet aber natürlich nicht, dass man nun gänzlich auf Sushi verzichten müsse. Das Verbrauchermagazin Öko-Test empfiehlt, nur Algenprodukte zu kaufen, auf denen der Jodgehalt sowie die maximale Verzehrmenge eindeutig angegeben sind. Außerdem sollten Meeresalgen nicht allzu oft verzehrt werden.

Sushi wurde von Öko-Test näher untersucht. Der Test zeigt: Die beliebte Speise könnte eine Gefahr für die Gesundheit sein.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zum Beispiel auf sogenannte California Rolls oder Nigiri zurückgreifen. Diese Sushi-Variationen kommen zu meist ohne Algen jeglicher Art aus.

Auch Mineralwasser wurde von Öko-Test auf die Probe gestellt. Mehrere bekannten Marken fielen glatt durch. Selbiges war auch bei einer Pesto-Probe von Öko-Test der Fall. Sogar Pestizide wurden in den Soßen entdeckt. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Andrea Warnecke / dpa

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