Elektronische Briefe nicht besonders sicher

Teure E-Post ohne Mehrwert

Kassel. E-Mails ermöglichen Schriftwechsel in Sekunden, doch gelten sie bislang als weniger verlässlich als Briefpost. Das soll sich nun ändern: Mit der De-Mail will die Bundesregierung das verbindliche Versenden von Dokumenten per Internet ermöglichen und setzt dafür auf private Anbieter. Die Deutsche Post AG hält mit dem eigenen E-Postbrief dagegen.

?Worin unterscheiden sich De-Mail und E-Postbrief von normalen E-Mails?

!Ähnlich einer Postanschrift, sollen die neuen Mailadressen Sendern und Empfängern eindeutig zuzuordnen sein – anders als normale Mailkonten, die man auch mit beliebigen Namen erstellen kann. De-Mail und E-Postbrief sind rechtsverbindlich. Das heißt, dass man zum Beispiel Verträge abschließen kann, ohne unterschriebene Papiere mit der Post verschicken zu müssen. In Zukunft sollen auch Amtsgeschäfte wie die Vergabe von Lohnsteuerkarten per Mail ermöglicht werden.

?Wie und wann kann man sich für die Dienste anmelden?

!Die Registrierung für De-Mail-Adressen läuft bereits, der Dienst wird jedoch voraussichtlich erst ab Sommer nutzbar sein. Das E-Brief-Portal der Post stellt schon seit Sommer 2010 Sendungen zu. Um ein Konto zu erstellen, müssen Nutzer Namen, Geburtsdatum und -ort, Adresse sowie eine Handy-nummer angeben und auf einem Postamt oder bei einem Post-Bediensteten persönlich bestätigen. Die Telefonnummer wird benötigt, um sich per TAN zu identifizieren. Die wird, wie beim Online-Banking, als SMS aufs Handy geschickt.

?Wer kann E-Postbriefe und De-Mail empfangen?

!Jeder. Verfügt der Adressat über kein entsprechendes Mailkonto, können E-Post und De-Mail auch als ausgedruckte Briefe an eine herkömmliche Adresse zugestellt werden, mit den üblichen Lieferzeiten.

?Was kosten die Sendungen, wie wird bezahlt?

!Sparen können Post-Kunden mit dem E-Brief nicht: Mit 55 Cent ist er genauso teuer wie ein Papierbrief – egal ob die Sendung an ein E-Postfach oder eine Hausadresse geht. Zusatzleistungen wie Einschreiben kosten extra. Bezahlt wird von einem Guthabenkonto, das per Lastschrift oder Kreditkarte aufgeladen wird. Die Preise für De-Mail stehen noch nicht fest. Sie werden von den Anbietern wie Telekom und GMX, die sich vom Bund für den Dienst zertifizieren lassen, selbst festgelegt.

?Sind E-Postbrief und De-Mail sicher?

!Einige Netzexperten zweifeln daran: E-Postbrief und De-Mail hätten trotz des höheren Preises praktisch kaum Vorteile gegenüber normalen E-Mails. So kritisiert der Chaos Computer Club (CCC), dass bei den Diensten die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung keine Pflicht ist. Nur diese könne sicherstellen, dass vertrauliche Nachrichten nur von Sender und Empfänger gelesen werden. Zudem schützen die Anmeldeverfahren laut CCC nicht vor PC-Viren, mit denen sich Unbefugte Zugriff verschaffen können. Im Missbrauchsfall – wenn zum Beispiel mit einer gekaperten Mailadresse ein Vertrag abgeschlossen wird – sei unklar, wer die Verantwortung trägt.

Weitere Infos auf www.de-mail.de und www.e-post.de.

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