Verbraucherschützer warnen vor den versteckten Kosten und Fallstricken bei Partner- und Singlebörsen im Internet

Partner- und Singlebörsen im Internet: Der teure Weg zum Traumprinzen

Vorsicht vor Fallstricken: Viele Plattformen, die bei der Suche nach dem perfekten Partner helfen sollen, bergen versteckte Kosten. Foto: dpa

Per Mausklick die Liebe des Lebens finden? Das versprechen die unzähligen Partner- und Singlebörsen im Internet. Doch wer online auf Partnersuche geht, muss viele Fallstricke beachten, um nicht in versteckte Kostenfallen zu tappen. So werden scheinbar kostenlose Testzugänge zu kostspieligen mehrmonatigen Abonnements.

Der Verbraucherschutz Hessen warnt: Mit Datenschutz, Preisangaben und Kündigungsrechten nehmen es viele der Online-Dienste nicht so genau.

Wer sich auf die Suche nach seinem passenden Gegenstück im Internet macht, sollte den Unterschied zwischen Singlebörse und Partnervermittlung kennen. Singlebörsen setzen eher auf Quantität, statt auf Qualität. Bei Friend-scout24.de, wird beispielsweise mit zehn Millionen Nutzern und bei neu.de, mit fünf Mio. geworben. Diese Dienste bieten zwar zunächst einen kostenlosen Service an, wie zum Beispiel das Erstellen eines Profils. Wer aber mit anderen in Kontakt treten möchte, muss Mitglied werden. Meist ist der Datenabgleich über gemeinsame Interessen, Alter und Hobbys aber nicht erfolgreich.

Die Mitgliedschaft wird in der Regel für einen, drei, sechs Monate oder ein Jahr angeboten. Bei Friendscout24.de kostet ein Monat zum Beispiel 39,90 Euro, bei neu.de 34,90 Euro. Friendscout24 verlängert die Mitgliedschaft automatisch.

Deshalb warnen Verbraucherschützer: Wer seinen Vertrag mit einer Online-Partnerbörse beenden möchte, muss damit rechnen, dass der Anbieter den Widerruf oder die Kündigung nicht akzeptiert. Des Weiteren wird vor gefälschten Profilen von Personen gewarnt, mit denen professionelle Dienstleister den Nutzer solcher Singlebörsen auf teure, oft pornographische Internetseiten locken möchten.

Anders funktionieren Partnervermittlungen. Sie unterstützten aktiv bei der Suche. Die Zahl solcher Angebote im Netz ist geringer als bei Singlebörsen. Zu den führenden in Deutschland und vom Tüv geprüften, gehören Parship.de (5,2 Mio. Nutzer) und Edarling (2,6 Mio. Nutzer). Mit 179,90 Euro für drei Monate bei Parship beziehungsweise 149,70 Euro bei Edarling sind beide Portale deutlich teurer als Singlebörsen, bieten aber mehr.

Beispielsweise erhalten Kunden eine Persönlichkeitsanalyse, anhand derer Partner gesucht werden. Der Haken: Einige Betreiber beharren darauf, dass bei Widerruf der Mitgliedschaft innerhalb der gesetzlichen Frist die Profilerstellung vollständig zu bezahlen ist – bei einigen Anbietern können so Kosten zwischen 99 und 120 Euro anfallen.

Auch Parship ist so vorgegangen. Der Dienst forderte bei Widerruf 120 Euro vom Verbraucher. Doch nach einer erfolgreichen Abmahnung durch den Verbraucherschutz Hamburg dürfen die Plattformbetreiber das Persönlichkeitsprofil nicht mehr vom Widerrufsrecht ausschließen.

Von Julia Mohr

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