Der Northeimer Spezialist für Wellpappe-Verpackungen plant Investitionen von 25 Millionen Euro

Thimm-Gruppe baut das Geschäft aus

Farbe fürs Geschäft: Der Wellpappen-Verpackungsspezialist Thimm hat sich in der Krise 2009 besser geschlagen als der Gesamtmarkt. Hier überprüft Nils Burghard das Druckbild in einem Farbwerk. Foto: Thimm/nh

Northeim. Der niedersächsische Wellpappe-Verpackungshersteller Thimm plant 2010 die bisher höchsten Investitionen seiner Firmengeschichte: 25 Millionen sollen ausgegeben werden, hauptsächlich für den Ausbau der Drucksparte. Das kündigte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Mathias Schliep, am Dienstag an.

Dabei musste das Northeimer Unternehmen 2009 Federn lassen, wurde aber weniger stark gerupft als die Konkurrenz. In der Gruppe fiel der Umsatz mit 280,5 Millionen Euro zehn Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Die Gesamtbranche verkaufte in Deutschland Wellpappe für 3,8 Milliarden Euro, das waren 13,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank in der Thimm-Gruppe um 15,5 Prozent auf 33,9 Mio. Euro. Auch unterm Strich wirtschaftete das im Familienbesitz befindliche Unternehmen profitabel. Genaue Zahlen nannte Schliep jedoch nicht.

Im ersten Quartal konnte die Gruppe ihren Umsatz um 13 Prozent herauffahren. Auch für das Gesamtjahr erwartet Schliep ein Umsatzplus. Das Ergebnis wird jedoch hinter dem Vorjahr zurückbleiben, denn die Branche steht unter einem Druck, der sich erst langsam abbaut: 2009 war der Absatz von Wellpappe um sechs Prozent gesunken. 8,2 Millionen Quadratmeter konnten die Hersteller verkaufen, gut eine halbe Mio. Quadratmeter weniger als im Jahr zuvor. Das ist ein Mengenrückgang, der rechnerisch betrachtet, sieben Wellpappefabriken in Deutschland überflüssig macht. Die Überkapazitäten führten zu einem Gerangel um Abnehmer und dadurch zum Preisverfall. Im zweiten Halbjahr zogen jedoch die Preise für Rohpapier, das die Wellpappe-Industrie benötigt, stark an. Gegenwärtig liegt das Plus im Jahresvergleich bei 30 Prozent. Die Folge: Die Gewinnspannen schrumpften. Nun versucht Thimm, wie andere Branchenkollegen auch, Preiserhöhungen durchzusetzen. Da sie mit Verzögerung greifen werden, erwartet Schliep für 2010 eine Ebitda-Marge, die deutlich unter den 12,1 Prozent des Vorjahres liegt.

Trotz der Flaute blieb die Mitarbeiterzahl mit 1534 stabil, in Deutschland sank sie allerdings um 29 Personen auf 1161, von ihnen arbeiten 401 in Northeim. Inzwischen sei die Belegschaft wieder gewachsen. Sie soll stabil bleiben. Die Tochter Thimm Display mit 192 Beschäftigten hat zwar noch bis Mitte des Jahres vorsorglich Kurzarbeit angemeldet, derzeit wird dort aber voll gearbeitet.

2005 und 2006 hatten die Beschäftigten der größten Sparte, Thimm Verpackungen, auf Teile des Entgelts verzichtet und damit knapp fünf Mio. Euro zu einem Sparprogramm beigesteuert. Drei Mio. Euro hat Thimm bereits in den beiden Vorjahren zurückgezahlt, der Rest der Summe soll dieses Jahr fließen.

Von Barbara Will

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